Miami Myeloma MRD Meeting 2026 – ein Überblick
Das 13. Miami Myeloma MRD Meeting 2026 am 10. April 2026 war ein zentrales Forum für die Rolle der minimal residual disease (MRD / Messbare Resterkrankung) im Multiplen Myelom. Es brachte Kliniker:innen, Forschende, Regulierungsbehörden, Patientenorganisationen und Industriepartner zusammen, um zu diskutieren, wie MRD die klinische Entscheidungen und die Zulassung neuer Therapien beschleunigen kann.
Das Myeloma MRD Meeting wurde ursprünglich 2014 von Dr. Ola C. Landgren, MD, PhD, begründet. Dr. Landgren ist ein führender Kliniker und Wissenschaftler im Bereich multiples Myelom und Leiter des Sylvester Myeloma Institute in Miami, Florida (USA). Er hat maßgeblich dazu beigetragen, nachzuweisen, dass MRD langfristige Ergebnisse stark vorhersagen kann, und hat sich für die Verwendung von MRD als frühen Endpunkt in klinischen Studien eingesetzt.
Seine rund 15‑jährige Forschungsarbeit lieferte die Datenbasis für die Entscheidung des FDA‑Beratungsgremiums 2024, nach der MRD‑Negativität (typischerweise 10⁻⁵) in Kombination mit kompletter Remission als intermediärer Endpunkt zur Unterstützung beschleunigter Zulassungen beim Myelom anerkannt wird. Dadurch könnte sich der traditionelle Zeitrahmen der Arzneimittelentwicklung um etwa zehn Jahre verkürzen, indem Regulierungsbehörden auf tiefe, MRD‑basierte Remissionen reagieren können, bevor langfristige Überlebensdaten verfügbar sind.
Das Miami MRD Meeting dient als Plattform für diese Konzepte und bringt Akteure aus Wissenschaft, Regulierungsbehörden und Industrie zusammen, um MRD‑geführte Myelomstrategien voranzubringen.
Die drei größten Myelom-Patientenorganisationen IMF, MMRF und Healthtree waren aktiv in die Organisation eingebunden und beteiligten sich intensiv an den Diskussionen. Es war ermutigend zu sehen, dass die Stimmen der Patienten in diese entscheidende Konferenz integriert wurden.
Eine Vertreterin der US Food and Drug Administration (FDA) nahm an den Podiumsdiskussionen teil. Im Mittelpunkt standen die neuen FDA-Leitlinien, die MRD-Negativität und komplette Remission als intermediäre Endpunkte für beschleunigte Zulassungen beim Multiplen Myelom anerkennen. Diskutiert wurde, wie MRD-basierte Endpunkte Studiendauer verkürzen, Zulassungsprozesse optimieren und den Zugang zu innovativen Therapien verbessern können.
Das Meeting konzentrierte sich auf MRD entlang des gesamten Myelom‑Spektrums (schwelend → neu diagnostiziert → residiv/refraktär). Im Rahmen von fünf Vortrags‑Sitzungen und vier Diskussionsrunden präsentierten und diskutierten Experten MRD‑relevante Daten und Ergebnisse aus jüngeren MM‑Studien, neue Technologien zur besseren Messung von MRD sowie Aspekte der translationalen und klinischen Umsetzung.
Highlights des Programms
Das vollständige Agenda und Meeting Highlights sind auf der offiziellen Website des Meetings zu finden.SESSION I: MRD-TESTING BEIM SCHWELENDES MYELOM (SMM) - NEUE HORIZONTE!
Kann MRD-Negativität zeigen, bei wem eine frühe Therapie sinnvoll ist? Krankheitskontrolle oder Heilungschancen in diesem frühen Stadium? MRD-relevante Daten aus folgenden Studien:
- Von CENTAUROS ZU AQUILA:
Fast alle Myelom-Patienten durchlaufen MGUS/SMM-Phasen vor aktiver Erkrankung. Frühe Intervention bei genetisch stabilerem Tumor könnte Heilungschancen steigern.
CENTAUROS (exploratorisch): Verschiedene Daratumumab-Dosisschemata bei intermediärem/hochrisiko-SMM ebneten AQUILA und Zulassung (FDA/EMA). Längere Therapie: höhere Ansprechraten, MRD-negativ 10⁻⁴ (keine 10⁻⁵), aber PFS >6 Jahre, hohes OS.
AQUILA-Studie: Daratumumab-Monotherapie bis 36 Monate vs. aktives Monitoring bei Hochrisiko-SMM. Basierend auf 51% PFS-Risikoreduktion und verzögerter Erstlinientherapie FDA/EMA-Zulassung für Hochrisiko-SMM. Bei CR/sCR-Patienten 12% MRD-negativ (10⁻⁵, NGS), zu niedrig für Heilungsziel.
- ASCENT‑Studie:
Zeitlich begrenztes Regime aus Daratumumab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason wurde bei Hochrisiko-SMM untersucht mit dem Ziel, durch eine frühe intensive Therapie besonders tiefe Remissionen zu erreichen.
Die Therapie zeigte Gesamtansprechrate von 97% und ≥VGPR bei 94% der Patient:innen. 84% der Patient:innen erreichten eine MRD-Negativität im Knochenmark (EuroFlow), und 61% erreichten eine MRD-negative sCR.
Die MRD-Negativität wurde in einer medianen Zeit von 6,6 Monaten erreicht, meist bereits nach der Induktion, und vertiefte sich im weiteren Therapieverlauf über Konsolidierung und Erhaltung. Die Studie umfasst auch Nachuntersuchungen bis ein Jahr nach Therapieende, um die Dauerhaftigkeit der MRD-Negativität zu beurteilen, wobei diese Daten noch ausstehen.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass durch eine frühe intensive Therapie beim Hochrisiko-SMM sehr tiefe Remissionen mit hohen MRD-Negativitätsraten erzielt werden können. Entscheidend für die langfristige klinische Bedeutung wird sein, ob diese MRD-Negativität dauerhaft bestehen bleibt. - Immuno‑PRISM‑ und CAR‑PRISM‑Studien:
Immuno-PRISM ist eine multi-arm, randomisierte Phase-II-Plattformstudie. Teclistamab für 1 Jahr wurde mit Lenalidomid + Dexamethason (2 Jahre) bei Hochrisiko-SMM verglichen. Bei den ersten ~12 Teclistamab-Patienten lag die MRD-Negativitätsrate bei 100% (10⁻⁶).
LINKER-SMM1: Linvoseltamab-Monotherapie (Phase II, 2 Jahre) bei Hochrisiko-SMM – ebenfalls 100% MRD-Negativität.
LINKER-MGUS1: Linvoseltamab bei Hochrisiko-MGUS/Niedrigrisiko-SMM (kurze, feste Dauer, randomisiert 3 vs. 6 Monate) zur Klonelimination.
CAR-PRISM: Ciltacabtagene autoleucel (CAR-T) bei 6 Hochrisiko-SMM-Patienten ohne Induktion/Bridging (Knochenmarkplasmazytose ≤40%, gestaffelte Einschreibung alle 60 Tage). 100% MRD-Negativität frühzeitig, anhaltend nach 1 Jahr bei ersten Patienten. CRS bei allen.
- REVIVE‑Studie:
Daratumumab + Teclistamab bei Hochrisiko-SMM-Patienten für insgesamt 24 Monate, mit jährlichen MRT-Kontrollen bis 5 Jahre nach Therapieende.
Primärer Endpunkt ist MRD-Negativität (10⁻⁵ NGS) nach 12 Zyklen. Lt. ASH-2025 Daten, 11/13 Patienten haben sCR und MRD-negativ (10⁻⁶) erreicht, nach median ~7 Monaten. Vollständige Daten erwartet auf ASH-2026.
SESSION III: NEUE EINBLICKE IN MRD-NEGATIVITÄT BEI NEU DIAGNOSTIZIERTEM MYELOM (NDMM)
- MANHATTAN‑Studie Langzeit‑Update:
Dara-KRd. Median PFS 81 Monate, 60-Monats-OS 90%. Nach 8 Zyklen Induktion, 71% MRD-negativ (10⁻⁵, Flow) im wöchentlichen Kohort.
MRD-Status als Guidance:
MRD-negativ → Maintenance empfohlen;
MRD-positiv → Stammzellentransplantation empfohlen
MRD-Limitierungen: Einzelzeitpunkt-MRD prognostiziert PFS nicht (Progressionen in beiden Gruppen);
Hochrisiko-Biologie dominiert Outcomes. Wiederholte MRD + Risikostratifikation nötig für Therapieoptimierung.
- MagnetisMM‑6‑Studie, Teil 2:
MagnetisMM-6 Teil 1 (Dosisfindung) ist schon abgeschlossen; Dosisstufe G wurde für Teil 2 ausgewählt.
Teil 2 ist eine offene, randomisierte Phase-3-Studie, die Elranatamab + Daratumumab + Lenalidomid (EDR) mit Daratumumab + VRd bei nicht transplantierten NDMM-Patienten vergleicht. Ziel ist frühe BCMA-Integration für bessere Langzeitoutcomes bei NDMM.
Co-primäre Endpunkte sind MRD-negative, CR und PFS. MRD-Tests erfolgen bei Screening, CR-Verdacht, sCR, 12/18/24 Monaten und jährlich bei sustained CR. Sekundäre Endpunkte umfassen OS, sustained MRD-Negativität, Dauer der MRD-Negativität, PFS1/2.
MRD-Daten von Teil 2 werden erwartet.
- IFM2021‑01 TecLille‑Studie
- MajesTEC‑5‑Studie:
MAJESTEC-5 ist eine Studie bei transplantationsfähigen NDMM-Patienten, die Teclistamab (Tec) mit Daratumumab (Dara) und Lenalidomid (Len), ± Bortezomib (Velcade), als Induktion und Maintenance testet.
Die Studie umfasst 8 Kohorten, fokussiert hier jedoch auf die ersten 3 (A, A1, B).
MRD wurde nach 3 und 6 Zyklen (Induktionsende) mittels Flow-Zytometrie (10⁻⁵) und NGS ClonoSEQ (10⁻⁶) gemessen.
Fast alle Patienten erreichten MRD-Negativität bereits nach 3 Zyklen (3 Ausnahmen).
Kumulativ 98% MRD-Negativität nach 6 Zyklen.
Post-Transplantat: 100% MRD-Negativität bei evaluierbaren Patienten.
Diese tiefen Responses bilden die Basis für die neue Studie AugMMent: Tec-angereichertes Induktion und Maintenance vs. Perseus-Standardarm, um Heilungspotenzial zu testen.
Fazit: Für T-cell-engagierende Therapien bei NDMM soll MRD-Negativität keine Zielsetzung mehr, sondern die Mindestanforderung für neue Therapien sein.
- ADVANCE 2.0‑Studie:
ADVANCE 2.0 ist eine Phase-2-Studie, die Elranatamab upfront bei NDMM-Patienten testet, bei denen keine Transplantation geplant ist, mit Lenalidomid + Dexamethason, optional als Quadruplet mit Carfilzomib.
Primäres Ziel ist die MRD-Negativitätsrate (10⁻⁵ Flow/NGS 10⁻⁶), verglichen mit historischen Daten zu Triplets/Quadruplets.
Erste ~30 Patienten zeigen tiefe Responses und gute Verträglichkeit; geplant: 150 Patienten.
Die Studie umfasst 24 Zyklen mit patientenfreundlicher Elranatamab-Dosierung (Step-up, dann ambulant/monatlich). Transplantfähige können Stammzellen sammeln. Integrierte Support-Maßnahmen minimieren CRS/Infektionen.
Frühe BCMA-Therapie soll tiefere, dauerhaftere MRD-Negativität ermöglichen und den Standard neu definieren.
- LINKER‑MM4‑Studie:
LINKER-MM4 ist eine Window-of-Opportunity-Studie (Phase 1/2), die Linvoseltamab-Monotherapie (BCMA-T-Zell-Engager) bei NDMM testet.
Step-up-Dosierung bis 200 mg. Stringente Off-Ramps (Patienten verlassen die Studie, wenn sie die Ziele nicht erreichen): ≥PR nach 2 Zyklen, ≥VGPR nach 4, ≥CR nach 6 Zyklen.
Sicherheitsprofil vergleichbar mit RRMM: keine erhöhte CRS/ICANS-Rate; Infektionen abnehmend durch spätere IVIG-Nutzung.
Hohe Ansprechrate. ORR: 86%, CR: 43% (laufende Therapie, Update erwartet). Bei VGPR+-Patienten 95% MRD-Negativität (19/20 Euroflow/ClonoSEQ; 12/12 NGS 10⁻⁶). Median Time-to-Response: 1,2 Monate.
Ausblick: EMN39/LINKER-MM6: DRd Induktion gefolgt von Linvoseltamab vs. kontinuierliches DRd bei nicht transplantfähige NDMM
LINKER-MM8 (Dara-VRd vs. Linvoseltamab-VRd) bei NDMM.
Session IV: Panel‑Diskussion – Neu diagnostiziertes Multiplen Myelom und MRD: Was sind die Trends?
SESSION V: MRD‑GEFÜHRTE THERAPIESTUDIEN
Studien, in denen Therapieentscheidungen (z.B. Dauer der Erhaltungstherapie, Therapieunterbrechung oder Eskalation) prospektiv vom MRD‑Status abhängen.
- MRD2STOP‑Studie:
MRD2STOP Lektionen - Wann/Welche Patienten Therapie abbrechen können:
Erhaltungstherapie-Ende eignet sich für Patienten mit anhaltender MRD-Negativität (10⁻⁶), PET-/Ganzkörper-MRT-Negativität und ohne Ultra-Hochrisiko Merkmale, typisch nach 1 Jahr Erhaltungstherapie.
Nachsorge nach Therapieabbruch:
Erste 2–3 Jahre: Myelom-Labor alle 3–4 Monate und jährliche Knochenmark-MRD + PET/CT/MRT.
Danach: Intervall individuell (nach Risikoprofil/Patientenwunsch).
5 Jahre MRD-freies Überleben könnte eine wichtige Meilenstein sein.
Altersentsprechende Krebsvorsorge fortführen.
- DRAMMATIC‑Studie:
DRAMMATIC (S1803) ist eine Phase-3-Studie bei 1227 Patienten.
Nach Stammzelltransplantation wurden die Patienten in zwei Gruppen randomisiert und erhielten unterschiedliche Erhaltungstherapien: Gruppe A (Lenalidomid) vs. Gruppe B (Daratumumab + Lenalidomid).
Zentrale Fragen waren: 1) Verbessert Dara-Len die MRD-Negativität? 2) Können MRD-negative Patienten sicher Erhaltungstherapie abbrechen?
Diese Studie ist von Bedeutung, da sie sich auf personalisierte Therapien, das Gleichgewicht zwischen Wirksamkeit und Nebenwirkungen sowie Verbesserungen beim Langzeitansprechen und der Lebensqualität konzentriert.
Die Studie gliedert sich in drei Hauptprojekte:
- Projekt 1 (Tumorgenomik): Prädiktive Biomarker, klonale Evolution/Resistenzmechanismen.
- Projekt 2 (Mikroumgebung): Ökotypen der Tumormikroumgebung nach ASCT, Auswirkungen der Erhaltungstherapie (Vergleich von Len vs. Dara-Len auf die Tumormikroumgebung und die klonale Dynamik); minimalinvasive Biomarker.
- Projekt 3: Marker im peripheren Blut.
Die Daten aus allen Projekten wurden zusammengeführt, um eine zentrale Einrichtung für Bioinformatik und Datenintegration zu schaffen. Dies wird dazu beitragen, Vorhersagemodelle für die Prognose, den Krankheitsverlauf, personalisierte Behandlungsentscheidungen und ein umfassendes Verständnis der Myelom-Biologie zu entwickeln.
- STEM‑Studie:
STEM (Phase 2): Cevostamab als Konsolidierung nach CAR‑T‑Therapie
Hintergrund: MRD‑Negativität bringt den größten Nutzen, wenn sie langfristig gehalten wird. Bei vielen Patienten, besonders mit Hochrisiko‑Myelom geht die MRD‑Negativität jedoch im Verlauf wieder verloren.
Studie: Cevostamab (ein FcRH5‑CD3‑Bispezifikum) wird 10–12 Wochen nach der CAR‑T‑Therapie gegeben, um:
(1) verbliebene Myelomzellen besser zu bekämpfen und
(2) vorhandene CAR‑T‑Zellen wieder zu aktivieren.
Dadurch sollen mehr Patienten ihre MRD‑Negativität langfristig halten, ohne dauerhaft therapiert zu werden. Die Therapie hat eine festgelegte Dauer, um Nebenwirkungen zu begrenzen.
Teilnehmer erhalten 8 Zyklen Cevostamab (alle 3 Wochen). Danach wird das Knochenmark geprüft. Bei MRD‑negativem Ansprechen wird die Therapie beendet. Sonst folgen weitere 8 Zyklen, dann Stopp.
Ergebnisse (aAktueller Stand): Die Behandlung wurde gut vertragen. Bei den auswertbaren Patienten waren 93% nach einem Jahr weiterhin MRD‑negativ im vollständigen Ansprechen (meist auf 10⁻⁶); bisher gab es nur einen Krankheitsprogress.
Fazit: Die Cevostamab‑Konsolidierung nach CAR‑T ist machbar und vielversprechend. Sie könnte dafür sorgen, dass die MRD‑Negativität länger anhält und Patienten länger ohne Rückfall leben. Die Rekrutierung ist abgeschlossen; weitere Analysen (u. a. zu CAR‑T‑Zellen im Knochenmark) laufen.
- immunoPLANT‑Studie:
Quadruplet‑Regimen beim neu diagnostizierten Myelom haben very hohe Ansprechraten, doch etwa die Hälfte der Patienten erreicht keine anhaltende tiefe MRD‑Negativität. ImmunoPLANT prüft daher eine fixe, kurze Therapie mit Linvoseltamab (CD3×BCMA‑Bispezifikum) nach der Induktiontherapie als mögliche Alternative zur autologen Stammzelltransplantation.
Ablauf: Patienten erhalten zunächst ihre Standard‑Induktion (Triplet oder Quadruplet), danach 4 Zyklen Linvoseltamab. Wer nach Zyklus 4 noch nicht MRD‑negativ ist, erhält 2 weitere Zyklen; danach Stop und Übergang in die Standard‑Erhaltungstherapie.
Die meisten Patienten erreichten nach Zyklus 4 tiefe MRD‑Negativität; über die zusätzlichen Zyklen hinaus alle Patienten insgesamt MRD‑negativ (NGS und Flow). Bei den Patienten, die den 6‑Monats‑Zeitpunkt erreicht haben, blieben alle MRD‑negativ. Keine Progression, keine Todesfälle.
Gut verträglich. ImmunoPLANT zeigt vielversprechende tiefe und anhaltende MRD‑Negativität ohne Transplantation. Aufgrund dieser Ergebnisse wird die Studie auf 100+ Patienten und mehrere Zentren erweitert.
- MASTER‑2 Studie:
MRD‑adaptive NDMM‑Studie. Die Studie basiert auf der Idee, dass der MRD‑Status nach der Induktion unterschiedliche Krankheitsbiologien unterscheidet: Patienten mit resistenterem Krankheitsprofil sollen weiter intensiviert werden, während Patienten mit sensitiverer Erkrankung von einer Therapie‑De‑Eskalation profitieren könnten.
Nach 6 Zyklen Dara‑VRd erfolgt das erste MRD‑Messung:
‣ MRD‑negativ (10⁻⁵): Hier prüft die Studie, ob eine Intensivierung durch eine Stammzelltransplantation (ASCT) immer notwendig ist. Randomisierung in zwei Intensivierungsarme:
  A. 3 Zyklen Dara‑VRd‑Intensivierung, gefolgt von 13 Zyklen Dara‑R‑Erhaltungstherapie
  B. ASCT, gefolgt von 13 Zyklen Dara‑R‑Erhaltungstherapie
‣ MRD‑positiv (erwartet ca. 60%). Hier wird eine intensivere Behandlung (ASCT und zusätzliche moderne Immuntherapien) eingesetzt, um das Ziel eine MRD-Negativität doch noch zu erreichen. Randomisierung in zwei Arme:
  C. ASCT, 3 Zyklen Dara‑Teclistamab‑Konsolidierung und 13 Zyklen Dara‑Teclistamab‑Erhaltungstherapie
  D. ASCT, 3 Zyklen Dara‑R‑Konsolidierung und 13 Zyklen Dara‑R‑Erhaltungstherapie
Ziel ist zu zeigen, dass die geplante Sequenz die Quote an anhaltender MRD‑Negativität verbessert.
Anhaltender MRD‑Negativität wird durch weitere zwei Messungen bestimmt. MRD2 bevor Erhaltungstherapie, MRD3 nach Erhaltungstherapie. Bei Anhaltender MRD-Negativität Therapie wird gestoppt. Sonst weiter Erhaltungstherapie.
Session VI: Panel‑Diskussion – MRD und Therapieentscheidungen: Sind wir schon so weit?
Session VII: MRD beim residivierten/refraktären Myelom (RRMM)
- DREAMM‑7‑Studie:
Die DREAMM-7-Studie untersuchte Patienten mit RRMM nach mindestens einer Vortherapie. Sie wurden randomisiert entweder mit Belantamab Mafodotin, Bortezomib und Dexamethason (BVD) oder mit der Standardtherapie Daratumumab, Bortezomib und Dexamethason (DVD) behandelt, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Belantamab bzw. Daratumumab. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), sekundäre Endpunkte waren Gesamtüberleben (OS), Ansprechdauer und MRD-Negativität.
Insgesamt wurden 494 Patienten eingeschlossen. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 28 Monaten zeigte sich ein deutlich verbessertes PFS unter BVD (36 Monate) gegenüber DVD (13 Monate). Auch das Gesamtüberleben war unter BVD signifikant verlängert, mit einem prognostizierten medianen OS von 84 Monaten versus 51 Monaten.
Ein zentraler Befund war die tiefere Remission unter BVD. MRD-Negativität wurde mehr als doppelt so häufig erreicht wie unter DVD (24.7% vs. 9.6%). Dieser Vorteil zeigte sich unabhängig von Lenalidomid-Refraktärität oder Hochrisiko-Zytogenetik.
Patienten, die eine komplette Remission plus MRD-Negativität erreichten, hatten ein sehr langanhaltendes PFS (18-Monats-PFS bis zu 100 % unter BVD). Auch Patienten ohne komplette Remission profitierten weiterhin von BVD im Vergleich zu DVD, sowohl beim PFS als auch beim Gesamtüberleben.
Insgesamt zeigte die Studie, dass MRD-Negativität eng mit längerem PFS und OS assoziiert ist – auch unabhängig davon, ob eine vollständige Remission erreicht wurde. Die Ergebnisse unterstreichen die klinische Bedeutung von MRD-Negativität als Surrogatmarker im Multiplen Myelom und die Überlegenheit von BVD gegenüber dem Standardarm DVD in dieser Studie.
- ARLOCEL‑Studie mit MEZI:
- FAST CAR‑T‑Studie:
Die Studie untersucht GC012F (jetzt AZD0120), eine duale CAR‑T‑Therapie gegen BCMA und CD19, als Erstlinientherapie beim NDMM. Die Idee dahinter ist, die Erkrankung früh und tief zu kontrollieren, bevor sich weitere Tumorheterogenität und Resistenz entwickeln.
GC012F wird in der neuen NovaFirst‑CAR‑T‑Plattform hergestellt. Diese ermöglicht eine schnellere Verfügbarkeit für Patienten (unter 3 Tagen) und verbessert die T‑Zell‑Fitness (jüngere, aktivere und naive T‑Zellen).
30 Patienten erhielten zunächst 2 Zyklen Lenalidomid, Bortezomib und Dexamethason (RVD)Induktion und anschließend eine einzige Infusion der CAR‑T‑Zellen. Danach durften die Patienten nach Entscheidung des Arztes Lenalidomid als Erhaltungstherapie erhalten. Eingeschlossen waren sowohl transplantierbare als auch nicht transplantierbare Patienten, darunter viele mit Hochrisikomerkmalen.
Die Therapie war insgesamt gut verträglich. CRS trat meist nur mild auf, schweres CRS wurde nicht gesehen. Es traten kein ICANS und keine relevanten späten neurologischen Toxizitäten auf. Häufig waren vor allem hämatologische Nebenwirkungen wie Neutropenie, Lymphopenie und Thrombozytopenie.
Die Ergebnisse waren stark: 100% Ansprechrate, 97% iCR (integrated complete response) und 100% VGPR, 100% MRD‑Negativität bei evaluierbaren Patienten mit einer Sensitivität von 10⁻⁶, bei vielen Patienten hielt die MRD‑Negativität länger als 12 Monate an.
Nach einer medianen Nachbeobachtung von rund 3 Jahren waren PFS und OS noch nicht erreicht; die geschätzte 3‑Jahres‑PFS‑ und OS‑Rate lag jeweils bei 89%.
GC012F/AZD0120 zeigt in der Erstlinie beim multiplen Myelom eine sehr tiefe und anhaltende Wirksamkeit bei gleichzeitig gut beherrschbarer Toxizität. Besonders auffällig ist, dass Patienten mit anhaltander MRD‑Negativität die besten Überlebensdaten hatten.
- RedirecTT‑1‑Studie:
RedirecTT-1 kombiniert Teclistamab (anti-BCMA) und Talquetamab (anti-GPRC5D) bei RRMM. Phase 2 Fokus ist nur Patienten mit extramedullärer Erkrankung (EMD). EMD-Patienten haben einen hohen medizinischen Bedarf.
Hintergrund & Ziel: Beide Bispezifika sind als Monotherapien wirksam und zugelassen. Die Kombination könnte Resistenzmechanismen überwinden, da sie dual-target (BCMA + GPRC5D) wirkt.
Ergebnisse (Phase 2, nur EMD): ~80% ORR, 53% CR oder besser. 62% bleiben nach 1 Jahr im Response, medianes PFS: 15 Monate, OS nicht erreicht. PET-CT bewertet EMD-Response (Deauville-5-Punkte-Skala ) und ergänzt MRD-Nachweis im Knochenmark.
Die dual-target Kombination erreicht hohe CR-/MRD-Raten bei schwer vorbehandelten EMD-Patienten und verbessert die mediane PFS signifikant (15 Monate vs. historisch 3–4 Monate).
- iMMagine‑1‑Studie:
ASH 2025-Daten wurden erneut präsentiert. Ein Teil dieser Daten ist hier zu finden.
- ReKInDLE‑Studie:
Reinduction with Carfilzomib (K), Iberdomide (Iber), and Daratumumab (D), For Long-Term Efficacy
Iberdomide + anti-CD38 + PI + Dexamethasone als Quadruplet bei Lenalidomid-refraktärer frühe Rezidiv-Erkrankung; danach De‑Eskalation auf Iberdomide-Monotherapie.
MRD 10⁻⁵: 65,5%, MRD 10⁻⁶: 50%
ORR: 97%, CR+: >60%
Iberdomide-Quadruplet erreicht 65% MRD-Negativität 10⁻⁵ bei Lenalidomid-refraktärer Erkrankung, besser als historische Triplet-Daten. Genomik verbessert Risikostratifizierung und identifiziert Resistenzmechanismen.
Session VIII: Neue MRD‑Technologien
- Aktualisierung der ClonoSEQ‑MRD‑Daten
- cell‑free‑DNA‑Tracking
- Aktualisierung zu MALDI‑TOF‑MS und clonotypischen Peptiden
- Aktualisierung zum FLC‑Tracking
- CD38‑targeted Immuno‑PET
Session IX: „Neue MRD‑Technologien – welche klinischen und wissenschaftlichen Anforderungen bestehen?“
Dieser Blog-Post zum Miami Myeloma MRD Meeting 2026 ist eine sehr kurze Zusammenfassung in deutscher Sprache aus Patientensicht. Für Detailangaben zu den Studien werden die jeweiligen Original‑Publikationen und die Konferenz‑Webseiten empfohlen.