ASH 2025

Phase‑3‑Studie zu Teclistamab + Daratumumab versus Dara‑basierten Standardregimen (DPd/DVd) bei Patientinnen und Patienten mit RRMM: Ergebnisse der MAJESTEC‑3‑Studie


“Phase 3 randomized study of teclistamab plus daratumumab versus investigator’s choice of daratumumab and dexamethasone with either pomalidomide or Bortezomib (DPd/DVd) in patients (Pts) with relapsed refractory multiple myeloma (RRMM): Results of majestec-3”

Abstract: LBA-6

Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referentin: María-Victoria Mateos, MD, PhD - Hospital Universitario de Salamanca, Salamanca, Spain

In den letzten Jahren haben sich die Behandlungen in der ersten Therapielinie beim Multiplen Myelom (MM) deutlich verbessert. Trotzdem werden neue und wirksamere Therapien für Menschen mit Krankheitsprogression benötigt. Dabei sind Kombinationen von modernen Immuntherapien wichtig, die möglichst breit verfügbar sind.

Teclistamab (Tec) ist ein bispezifischer Antikörper, der gleichzeitig an zwei Zielstrukturen binden kann und das Eiweiß BCMA auf Myelomzellen angreift. Tec ist bereits für Patientinnen und Patienten mit RRMM zugelassen.

Daratumumab (Dara) ist ein monoklonal Antikörper gegen CD38, der beim MM in allen Therapielinien eingesetzt wird und gezeigt hat, dass er das Überleben deutlich verlängern kann.

In dieser Sitzung wurden die ersten, vorab geplanten Ergebnisse der großen Phase‑3‑Studie MAJESTEC‑3 präsentiert.

Wie wirkt die Kombination Tec+Dara?
Tec+Dara stellen eine synergistische Immuntherapie‑Kombination dar. Dara verändert zunächst die Umgebung der Tumorzellen, indem es bestimmte immundämpfende Zellen (CD38‑positive T‑Regulatorzellen und B‑Regulatorzellen) vermindert und zusätzlich direkt auf die Myelomzellen wirkt.Gemeinsam aktivieren Tec und Dara bestimmte Abwehrzellen (CD8‑T‑Zellen) langfristig. Tec „lenkt“ diese aktivierten Abwehrzellen gezielt zu den Myelomzellen, damit diese wirksam angegriffen und abgetötet werden können.

Wie war die Studie aufgebaut?
Zwischen Oktober 2021 und September 2023 nahmen 587 Patientinnen und Patienten an der Studie teil. Sie wurden zufällig (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt: eine Gruppe erhielt die Kombination Tec+Dara, die andere Gruppe erhielt Dara zusammen mit Pomalidomid und Dexamethason (DPd) oder mit Bortezomib und Dexamethason (DVd); hier entschied die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt.

Teilnehmen konnten Patientinnen und Patienten mit RRMM nach ein bis drei bereits abgeschlossenen Therapien, die sowohl einen Proteasom‑Inhibitor als auch Lenalidomid erhalten hatten. Eine frühere Behandlung, die direkt gegen BCMA gerichtet war, war nicht erlaubt, und auch Patientinnen und Patienten, bei denen Dara nicht mehr wirkte, durften nicht eingeschlossen werden. Primär Endpunkt der Studie war progressionsfreies Überleben (PFS).

Ergebnisse zur Wirksamkeit
Zum Auswertungszeitpunkt 1. August 2025 waren noch 71 % der Patientinnen und Patienten in der Tec+Dara‑Gruppe in der Studie, während es in der DPd/DVd‑Gruppe nur 28 % waren; der Hauptgrund für ein Ausscheiden war dort ein Fortschreiten der Erkrankung.

Nach 36 Monaten lag PFS in der Tec+Dara‑Gruppe bei 83,4 %, in der DPd/DVd‑Gruppe bei 29,7 %. Die PFS‑Kurve unter Tec+Dara zeigte nach etwa sechs Monaten ein Plateau, das heißt: Über 90 % der Patientinnen und Patienten waren zu diesem Zeitpunkt ohne Fortschreiten der Erkrankung, und dieser Vorteil hielt über drei Jahre an. Dieser Nutzen zeigte sich in allen untersuchten Untergruppen, auch bei Patientinnen und Patienten mit hohem genetischem Risiko und mit Weichteil‑Plasmozytomen.

Tec+Dara erzielte eine deutlich höhere ORR ≥CR im Vergleich zu DPd/DVd (89 % vs. 75,3 %). In der MRD‑auswertbaren Population erreichten unter Tec+Dara etwa 90 % der Patientinnen und Patienten eine MRD‑negative komplette oder bessere Remission (≥CR). Nach 36 Monaten betrug das Gesamtüberleben (OS) 83,3 % im Tec+Dara‑Arm gegenüber 65 % im Kontrollarm. Neutropenie war das am häufigsten beobachtete unerwünschte Ereignis.

Weitere Details zur Studie: ASH-Abstract LBA-6