ASH 2025

Sicherheit und Wirksamkeit von Linvoseltamab als vereinfachtes Monotherapie-First-Line-Regime bei NDMM: Erste Ergebnisse der "Window-of-Opportunity" Phase-1/2 LINKER-MM4-Studie.


“Safety and efficacy of linvoseltamab as a simplified monotherapy first-line regimen in NDMM: Initial Results from the window of opportunity Phase 1/2 LINKER-MM4 trial.”

Abstract: 697
Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referent: Robert Z Orlowski, MD, PhD - The University of Texas MD Anderson Cancer Center, USA

Erste Ergebnisse der Phase‑1/2‑Studie LINKER‑MM4 wurden vorgestellt. Es handelt sich um die erste Studie, in der ein bispezifischer Antikörper als alleinige Therapie (Monotherapie) in der Erstlinientherapie des neu diagnostizierten multiplen Myeloms (NDMM) geprüft wird.

Hintergrund der Studie ist; die aktuelle Standardbehandlung des NDMM basiert meist auf komplexen Drei‑ oder Vierfach-Kombinationen (Triplets/Quadruplets, mit oder ohne ASCT). Trotz dieser intensiven Schemata besteht weiterhin ein hoher Bedarf an Therapien, die hohe Raten an kompletter Remission (CR) und MRD‑Negativität erreichen und dabei einfacher anzuwenden sind.

Linvoseltamab (Lynozyfic) ist ein humaner, bispezifischer BCMA×CD3‑Antikörper. Es ist in einer Dosis von 200mg i.v. zugelassen – in der EU für Patient:innen mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom (RRMM) nach mindestens drei Vortherapien und in den USA nach mindestens vier Vortherapielinien. In der Phase‑1/2‑Studie LINKER‑MM1 zeigte Linvoseltamab als Monotherapie bei RRMM tiefe und anhaltende Remissionen bei insgesamt gut handhabbarem Sicherheitsprofil. Auf dieser Grundlage wird LINVO nun auch in der Erstlinie bei NDMM untersucht.

Die offene Phase‑1/2‑Studie schließt 45 erwachsene Patient:innen mit zuvor unbehandeltem, symptomatischem NDMM ein – sowohl transplantationsgeeignete (TE) als auch ‑ungeeignete (TIE). In Teil A (Phase 1A) werden Wirksamkeit und Sicherheit in verschiedenen Dosierungen geprüft, in Teil B (Phase 1B) werden ausgewählte Dosen in größeren Kohorten weitergeführt.

Ein wichtiges Designmerkmal ist ein vordefinierter „Off‑Ramp“: Patient:innen wechseln auf eine Standardtherapie, wenn sie nach 8 vollen Dosen keine partielle Remission (PR oder besser) erreichen oder innerhalb der Zyklen 1–4 kein sehr gutes partielles Ansprechen (≥VGPR) vorliegt.

Die Studie umfasst zwei Behandlungsarme:

In Phase 1A erfolgte eine Dosis-Eskalation mit modifizierter Step‑up‑Dosierung und anschließender Gabe von drei Voll‑Dosen (50, 100 und 200mg).

Bei einem medianen Follow‑up von 9,2 Monaten (Datenstichtag 15. September 2025) zeigte sich:

Zum Sicherheitsprofil:

In der Diskussion wies Dr. Orlowski darauf hin, dass IVIG ursprünglich nicht Teil des Studienprotokolls war. Da IVIG bei Infektionen verabreicht wurde und die Infektionsraten daraufhin sanken, sprach er sich dafür aus, IVIG künftig in das Studienprotokoll aufzunehmen.

Schlussfolgerungen: