ASH 2025

Erste Ergebnisse der Phase-1b/2-Studie mit Sonrotoclax (BGB-11417) in Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason bei Patienten mit t(11;14)-positivem rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom


“Initial phase 1b/2 study results with sonrotoclax (BGB-11417) in combination with carfilzomib and dexamethasone in patients with t(11;14)-positive relapsed/refractory multiple myeloma”

Abstract: 102
Oral-Präsentation:

Blog-Post:

Referentin: Hang Quach, MBBS MD FRACP FRCPA - University of Melbourne, Australia

Patientinnen und Patienten mit Multiplen Myelom(MM), bei denen die genetische Veränderung t(11;14) gefunden wird – das betrifft etwa 15% bis 20% aller Betroffenen – bilden eine besondere Untergruppe der Erkrankung. Diese Form des M reagiert oft weniger gut auf Standardtherapien wie Lenalidomid, Proteasominhibitoren (PIs) oder Anti‑CD38‑Antikörper. Daher besteht hier ein Bedarf an neuen, wirksameren Behandlungsmöglichkeiten.

Bei Patientinnen und Patienten mit t(11;14)‑positivem MM haben BCL2‑Inhibitoren in klinischen Studien bereits eine klinische Wirksamkeit gezeigt, jedoch ist derzeit kein Wirkstoff dieser Substanzklasse für die Therapie des MM zugelassen. Die Kombination eines BCL2‑Inhibitors mit Wirkstoffen wie Dexamethason oder Carfilzomib könnte die therapeutische Wirksamkeit beim MM weiter verbessern.

Sonrotoclax (BGB-11417), ein BCL2-Inhibitor der nächsten Generation, ist gezielter und stärker als Venetoclax, hat eine kürzere Halbwertszeit und führt zu keiner Arzneimittelakkumulation im Körper.

Die bisherigen Daten der laufenden Studie BGB‑11417‑105 (NCT04973605) zeigen, dass Sonrotoclax in Kombination mit Dexamethason und Carfilzomib bei stark vorbehandelten Patientinnen und Patienten mit t(11;14)‑positivem MM überwiegend gut verträglich ist und tiefe sowie anhaltende Ansprechen induzieren kann. Ziel der Studie ist es, die sicherste und wirksamste Dosierung dieser Kombination zu finden. Bislang wurden keine schwerwiegenden kardialen Ereignisse beobachtet, und nur wenige Patientinnen und Patienten mussten die Behandlung aufgrund von Sonrotoclax abbrechen. Die häufigsten Nebenwirkungen umfassten Infektionen der oberen Atemwege, Pneumonie, COVID‑19, Atemwegsinfektionen, Harnwegsinfektionen und Appendizitis.

Die in die Studie eingeschlossenen Patientinnen und Patienten hatten mindestens drei vorausgegangene Therapielinien, darunter ein IMID, einen PI und einen Anti‑CD38‑Antikörper (nicht in allen Ländern), und verfügten über keine weiteren zugelassenen Therapieoptionen.

Das Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie entsprach dem bekannten Profil der einzelnen Studienmedikamente. Über alle Dosierungsstufen hinweg wurde eine konsistent vielversprechende Wirksamkeit beobachtet.

Insgesamt deuten die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass Sonrotoclax eine neue, zielgerichtete Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten mit t(11;14)‑positivem MM darstellen könnte.

Fazit: