ASH 2025
Die Rolle der Bortezomib-Erhaltungstherapie im Zeitalter der Anti-CD38-Antikörper: Zwischenanalyseergebnisse einer randomisierten Phase-III-Studie bei transplantationsunfähigen neu diagnostizierten Patienten mit multiplem Myelom (JCOG1911/B-DASH Studie)
“Role of bortezomib maintenance therapy in the anti-CD38 antibody era: Interim analysis results of a randomized Phase III study for transplant-ineligible newly diagnosed multiple myeloma (JCOG1911/B-DASH Study)”
Abstract: 370
Oral-Präsentation:
Blog-Post:
Referent: Tomotaka Suzuki - Nagoya City University Hospital, Japan
Die JCOG-Studiengruppe in Japan entwickelte eine Behandlung aus Daratumumab (Dara), Melphalan, Prednisolon und Bortezomib (Bor) (kurz D-MPB), gefolgt von Dara als Erhaltungstherapie. Diese Kombination ist einer der Standardbehandlungen für neu diagnostizierte Patientinnen und Patienten (NDMM), die keine Stammzelltransplantation erhalten können (TI). Dennoch sank das progressionsfreie Überleben (PFS, Zeit ohne Krankheitsfortschritt) während der Dara-Erhaltung stärker als erwartet.
Zur Optimierung der Erhaltungstherapie wurde daher eine randomisierte Phase‑III‑Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit der Hinzunahme von Bortezomib zur Dara-Erhaltung zu evaluieren. Ziel der Studie war die bessere Wirksamkeit von Dara+Bor gegenüber alleiniger Dara-Erhaltung zu bestätigen.
Von Januar 2021 bis August 2024 wurden insgesamt 224 Patientinnen und Patienten in die Studie eingeschlossen und erhielten zunächst die D‑MPB‑Induktionstherapie. Zum Zeitpunkt der Randomisierung, also zu Beginn der Erhaltungstherapie, wurden 143 Teilnehmende in zwei Studienarme aufgeteilt. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS).
Die Studie endete im März 2025 vorzeitig nach einer Zwischenprüfung, da kein Vorteil für Dara+ Bor sichtbar war.
Erwartung war 2‑Jahres‑PFS‑Rate von 65 % im Dara-Erhaltung, und eine Verbesserung um 11 % für Dar+Bor.
Tatsächlich lag das 2-Jahres-PFS bei Dara bei 81% und bei Dara+Bor bei 61,7% – also schlechter in der Kombi-Gruppe.
Nebenwirkungen (AEs) traten häufiger auf und führten öfter zu Therapieabbrüchen bei Dara+Bor.
Beim Gesamtüberleben (OS) gab es keinen Unterschied.
Die Zwischenanalyse zeigte nur 5,5% Chance auf Überlegenheit der Kombi.
Dementsprechend empfahl das Data and Safety Monitoring Committee der JCOG im März 2025 die vorzeitige Beendigung der Studie.
Details zur Studie: ASH-Abstract 370