ASH 2025

Phase‑2‑Zulassungsstudie zu Anitocabtagene Autoleucel zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Multiplem Myelom: Aktualisierte Ergebnisse der iMMagine‑1‑Studie.


“Phase 2 registrational study of anitocabtagene autoleucel for the treatment of patients with relapsed and/or refractory multiple myeloma: Updated results from iMMagine-1”

Abstract: 256
Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referentin:
Krina Patel, MD, MSc - MD Anderson Cancer Center, Houston, Texas, USA

Anito‑cel ist eine autologe, BCMA‑gerichtete CAR‑T‑Zelltherapie mit einem neuartigen D‑Domain‑Binder.

Anitocabtagene autoleucel (anito‑cel) ist eine autologe, gegen BCMA gerichtete CAR‑T‑Zelltherapie mit einem neuartigen D‑Domain‑Binder, die für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Multiplen Myelom (RRMM) entwickelt wird.

Was das D‑Domain besonders macht? Dieses sehr kleine, nicht aus Antikörpern stammende Protein ermöglicht eine hohe CAR‑Expression auf den T‑Zellen bei vergleichsweise niedriger Zellzahl und zeigt kaum Daueraktivität. Die schnelle Ablösung vom Zielantigen soll wirksame Tumorabwehr bei begrenzter Entzündungsreaktion erlauben.

In der Phase‑1‑Studie betrug die Nachbeobachtungszeit 38,1 Monate; die mediane PFS lag bei 30,2 Monaten in der Gesamtgruppe und 34,3 Monaten für Patient:innen mit sCR/CR. Es wurden keine verögerten oder nicht‑ICANS‑assoziierten Neurotoxizitäten, enterokolitisbedingten Nebenwirkungen, Parkinson‑Syndrom, Hirnnervenlähmungen oder Guillain‑Barré‑Syndrom.

In der Phase‑2‑Studie iMMagine‑1 erhielten 117 triple‑class‑exponierte RRMM‑Patient:innen anito‑cel. Die IRC‑bewertete ORR lag bei 96%, mit 74% sCR/CR. 95% der MRD‑evaliden Patient:innen waren bei 10^−5 MRD‑negativ, 83% davon ≥6 Monate lang, und 78% erreichten MRD‑Negativität bei 10^−6.

Sicherheit: 95% der Behandelten hatten kein oder nur kurz anhaltendes CRS; typische Nebenwirkungen waren Neutropenie, Zytopenien und Hypogammaglobulinämie. Es wurden keine verzögerten oder nicht‑ICANS‑assoziierten neurotoxischen Nebenwirkungen beobachtet, einschließlich kein Parkinsonismus, keine Hirnnervenparesen und kein Guillain‑Barré‑Syndrom.

Außerdem traten weder eine mit Immun­effektor­zellen (IEC) assoziierte Enterokolitis noch sekundäre primäre Malignome T‑Zell‑Ursprungs auf.

In der RedirecTT‑1‑Studie wird die Kombination dieser beiden Wirkstoffe untersucht. Talquetamab (Tal) und Teclistamab (Tec) binden an unterschiedliche Zielstrukturen der Myelomzellen – GPRC5D und BCMA – und sollen so verhindern, dass sich Tumorzellen durch sogenannte „Antigen-Flucht“ der Therapie entziehen.

Derzeit läuft eine globale Phase‑3‑Studie die anito‑cel bei RRMM nach 1–3 Vortherapien (inklusive CD38‑Antikörper und IMiD) untersucht.
Geplant sind etwa 450 Teilnehmende an rund 130 Zentren weltweit.

Weitere Details zur Studie: ASH-Abstract 256