ASCO 2026
Isatuximab plus Pomalidomid-Dexamethason bei rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom: Subgruppenanalyse nach vorheriger Anti-CD38-Exposition aus der Phase-3-Studie IRAKLIA.
"Isatuximab plus pomalidomide-dexamethasone in relapsed/refractory multiple myeloma: Subgroup analysis by prior anti-CD38 exposure from the phase 3 IRAKLIA trial.”
ASCO-Abstract: 7516
Oral-Präsentation:
Blog-Post:
Referent: Sikander Ailawadhi, MD - Division of Hematology/Oncology, Department of Medicine, Mayo Clinic Florida
Hintergrund:
Mit der zunehmenden Nutzung von Anti-CD38-Therapien in früheren Myelom-Linien braucht es mehr Daten für Patienten, die bereits damit behandelt wurden. Genau diese Gruppe ist klinisch besonders relevant, weil gute reale Vergleichsdaten bisher begrenzt sind.
In der Phase-3-Studie IRAKLIA zeigte Isatuximab plus Pomalidomid und Dexamethason bereits eine hohe Ansprechrate 71% ORR. Diese post-hoc-Analyse betrachtet nun gezielt Patienten mit und ohne frühere Anti-CD38-Exposition.
Studiendesign:
IRAKLIA schloss Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom ein, die mindestens eine vorausgegangene Therapielinie mit Lenalidomid und einem Proteasom-Inhibitor erhalten hatten. Die Patienten wurden 1:1 auf Isatuximab intravenös oder subkutan plus Pomalidomid und Dexamethason randomisiert.
Die Behandlung lief bis zur Progression, bis zu nicht akzeptabler Toxizität oder bis zum Abbruch aus anderen Gründen. Für diese Analyse wurden die Daten von Patienten mit und ohne frühere Anti-CD38-Exposition zusammengefasst. Der Fokus lag auf Ansprechen, progressionsfreiem Überleben und Sicherheit.
Zu den Ausschlusskriterien zählten eine vorherige Behandlung mit Anti-CD38 vor weniger als 9 Monaten (Auswaschphase) vor der Randomisierung oder eine Unverträglichkeit gegenüber Anti-CD38
Wichtigste Ergebnisse:
Von 531 Patienten hatten 67 eine frühere Anti-CD38-Exposition, also 12,6%. Die mediane Auswaschphase lag bei 20,2 Monaten. Etwa 39% dieser vorbehandelten Patienten waren bereits gegen Anti-CD38 refraktär.
Patienten mit früherer Anti-CD38-Exposition und Anti-CD38-Refraktär hatten insgesamt niedrigere Ansprechraten und ein kürzeres progressionsfreies Überleben als Anti-CD38-naive Patienten. Trotzdem zeigte Isatuximab plus Pd auch in dieser Gruppe klar klinische Aktivität. Besonders interessant ist, dass Patienten mit längerer Auswaschphase bessere Ergebnisse hatten als Patienten mit kürzerem Abstand zur letzten Anti-CD38-Therapie.
Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil von Isatuximab plus Pd war insgesamt ähnlich, unabhängig davon, ob Patienten zuvor mit Anti-CD38 behandelt worden waren oder nicht. Es traten keine neuen Sicherheitssignale auf.
Damit bleibt das Regime auch in dieser vorbehandelten Population gut einordenbar. Die Daten sprechen dafür, dass die Behandlung bei passenden Patienten weiterhin gut handhabbar ist.
Fazit:
Die Analyse zeigt, dass Isatuximab plus Pomalidomid und Dexamethason auch bei Patienten mit früherer Anti-CD38-Exposition einen klinischen Nutzen hat. Besonders gut scheinen Patienten mit längerer Auswaschphase und auch solche ohne frühere Anti-CD38-Refraktärität anzusprechen.
Für eine schwer behandelbare Patientengruppe liefert IRAKLIA damit wichtige zusätzliche Evidenz. Die Daten stützen Isatuximab plus Pd als sinnvolle Option auch nach vorheriger Anti-CD38-Therapie.
Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.