ASCO 2026
Aktualisierte Ergebnisse aus inMMyCAR, der laufenden First-in-Human-Phase-1-Studie zu KLN-1010 bei Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom (RRMM).
"Updated results from inMMyCAR, the ongoing first-in-human phase 1 study of KLN-1010 in patients (pts) with relapsed and refractory multiple myeloma (RRMM).”
ASCO-Abstract: 7509
Oral-Präsentation:
Blog-Post:
Referentin: P. Joy Ho - Royal Prince Alfred Hospital and University of Sydney, Camperdown, NSW, Australia
Hintergrund:
Die Studie zeigt einen neuen Weg, CAR-T-Zellen direkt im Patienten zu erzeugen (in-vivo). Das könnte die Behandlung einfacher, günstiger und besser verfügbar machen.
Studiendesign:
Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom erhielten KLN-1010, einen modifizierten lentiviralen Vektor. Er soll anti-BCMA-CAR-T-Zellen im Körper bilden. Die meisten Patienten hatten schon mehr als drei Therapielinien erhalten. Später wurden auch Patienten mit nur zwei Vortherapien eingeschlossen, darunter triple-class-refraktäre Fälle.
Die wichtigsten Ziele, die primären Endpunkte, waren Sicherheit und Verträglichkeit sowie die Bestimmung der empfohlenen Dosis. Weitere Ziele waren die Expansion und Persistenz der CAR-T-Zellen, die Ansprechrate, der MRD-Status, die Ansprechdauer und das progressionsfreie Überleben.
Wichtigste Ergebnisse:
Die ersten 18 Patienten wurden in drei Dosisstufen behandelt. Zwischen der Einwilligung und der Infusion lagen im Median 13 Tage. Bei den ersten vier Patienten war das Knochenmark nach sechs Monaten MRD-negativ (10^-6). Die ersten beiden Patienten waren auch nach mehr als neun Monaten noch in stringenter kompletter Remission (sCR).
Insgesamt lag die Ansprechrate bei 100 Prozent. Nach mindestens vier Monaten Nachbeobachtung hatten 67 Prozent eine sCR und 33 Prozent eine CR. Auch das lösliche BCMA und die freien Leichtketten im Serum gingen deutlich zurück. Außerdem verschwanden extramedulläre Herde und BCMA-positive Zellen im Knochenmark.
Wichtig ist aber auch: Ein Patient hat nach drei Monaten Rückfall. Ein weiterer Patient wurde nach drei Monaten MRD-positiv, allerdings nur im sehr empfindlichen EuroFlow-Test bei 10^-6.
Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil war insgesamt günstig. Alle CRS-Ereignisse waren nur Grad 1 oder 2. Schwere CRS-Fälle traten nicht auf. CRS ließ sich gut mit Tocilizumab und Dexamethason behandeln. Im Median dauerte es 2,5 Tage. Die Beschwerden traten eher spät auf, meist zwischen Tag 9 und 13. Das spricht dafür, dass eine ambulante Behandlung möglich sein könnte.
Es gab zwei ICANS-Fälle, darunter einen Grad-3-Fall. Dieser wurde mit Methylprednisolon und Anakinra behandelt und war nach drei Tagen vorbei. Eine verzögerte Neurotoxizität wurde nicht beobachtet. Infusionsreaktionen traten ebenfalls nicht auf. Schwere Infektionen und ausgeprägte Zytopenien waren selten.
Fazit:
Eine Lymphodepletion scheint für diese in-vivo-CAR-T-Zelltherapie nicht nötig zu sein. Auch das Sicherheitsprofil spricht dafür, dass eine ambulante Gabe möglich sein könnte.
Die frühesten behandelten Patienten befinden sich bereits über neun Monate nach der Gabe in anhaltender Remission. Insgesamt spricht das für eine Plattform mit Potenzial für wirksame, skalierbare und möglicherweise besser zugängliche CAR-T-Therapien bei multiplem Myelom.
Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.