ASCO 2026
Langzeitergebnisse mit anhaltender minimaler Resterkrankungsnegativität (MRD-Negativität) bei mit Belantamab Mafodotin behandelten Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom (RRMM): ein Update aus DREAMM-8.
"Long-term outcomes with sustained minimal residual disease (MRD) negativity in belantamab mafodotin–treated patients (pts) with relapsed/refractory multiple myeloma (RRMM): An update from DREAMM-8.”
ASCO-Abstract: 7515
Oral-Präsentation:
Blog-Post:
Referent: Meletios A. Dimopoulos, MD - Department of Clinical Therapeutics, National and Kapodistrian University of Athens, School of Medicine, Athens, Greece
Hintergrund:
Belantamab mafodotin (Belamaf) ist eine BCMA-gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. mit breiter Anwendbarkeit in verschiedenen Versorgungsebenen. In DREAMM-8 Phase 3 zeigte die Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason bereits einen klaren Vorteil gegenüber Pomalidomid, Velcade und Dexamethason (PVd) bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom und Lenalidomid-Vorbehandlung.
MRD-Negativität ist im Myelom ein wichtiger Marker für tiefes und anhaltendes Ansprechen. Diese Auswertung untersucht deshalb, welche Patienten eine über mindestens 12 Monate anhaltende MRD-Negativität erreichten und wie sich das auf die Langzeitergebnisse auswirkte.
Studydesign:
DREAMM-8 war eine randomisierte Phase-3-Studie mit 302 Patienten. Alle Patienten waren mit Lenalidomid vorbehandelt, etwa ein Viertel zusätzlich mit einem Anti-CD38-Antikörper. Die Patienten wurden 1:1 auf Belamaf plus Pomalidomid und Dexamethason (BPD) oder auf PVd randomisiert.
Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Wichtige sekundäre Endpunkte waren Gesamtüberleben, MRD-Negativität (NGS, 10^-5) und Ansprechdauer. MRD wurde zentral gemessen, sobald mindestens eine sehr gute partielle Remission (VGPR) erreicht war, und dann alle 6 Monate wiederholt.
Wichtigste Ergebnisse:
Zum Datenstichtag (7. Juli 2025) lag die mediane Nachbeobachtungszeit bei 35,8 Monaten. Unter Belantamab mafodotin erreichten 27,7% der Patienten eine MRD-Negativität, und 15,5% erreichten eine über mindestens 12 Monate anhaltende MRD-Negativität.
Im Vergleich zu PVd war die Chance auf eine Kombination aus mindestens kompletter Remission und MRD-Negativität deutlich höher. Auch eine nachhaltige MRD-Negativität über mindestens 12 Monate unter Belamaf war 5-Mal höher auf als unter PVd.
Patienten mit nur einer vorherigen Therapielinie erreichten eine anhaltende MRD-Negativität häufiger als Patienten mit zwei oder mehr Vortherapien. Anhaltende MRD-Negativität wurde auch bei Hochrisikozytogenetik beobachtet, war aber häufiger bei Patienten im ISS-Stadium I oder II. Insgesamt deutet das auf tiefere und langlebigere Remissionen bei früherem Einsatz der Therapie hin.
Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil bei Patienten mit anhaltender MRD-Negativität war ähnlich wie im gesamten Sicherheitskollektiv. Es traten keine neuen Sicherheitssignale auf. Das spricht dafür, dass auch eine längere Behandlung mit dieser Kombination gut handhabbar ist.
Fazit:
Die Daten zeigen, dass eine anhaltende MRD-Negativität ein wichtiger Marker für bessere Langzeitergebnisse ist. Patienten mit nachhaltiger MRD-Negativität hatten ein besseres progressionsfreies Überleben und auch ein besseres PFS2, unabhängig vom Behandlungsarm.
Besonders interessant ist, dass Patienten unter Belamaf mit anhaltender MRD-Negativität häufiger Merkmale einer früheren Krankheitsphase hatten, also weniger Vortherapien, weniger Refraktärität und eher günstigere Risikofaktoren. Das spricht dafür, dass ein früherer Einsatz im Krankheitsverlauf tiefere und dauerhaftere Antworten fördern kann.
Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.