ASCO 2026
Abschlussanalyse von Daratumumab, Carfilzomib, Pomalidomid und Dexamethason bei rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom.
"Final analysis of daratumumab, carfilzomib, pomalidomide, and dexamethasone in relapsed/refractory multiple myeloma.”
ASCO-Abstract: 7517
Oral-Präsentation:
Blog-Post:
Referent: Jennifer Cooperrider - University of Chicago, Department of Medicine, Chicago, IL
Hintergrund:
Die Kombination aus Daratumumab, Carfilzomib, Pomalidomid und Dexamethason wurde hier bei rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom langfristig ausgewertet. Die Daten sind besonders interessant, weil diese Vierfachtherapie bei neu diagnostiziertem Myelom inzwischen Standard ist, im Rückfall aber deutlich weniger gut untersucht wurde.
Studiendesign:
In die Studie wurden 28 Patienten mit 1 bis 3 vorangegangenen Therapielinien eingeschlossen, darunter ein Proteasom-Inhibitor und ein Immunmodulator. Patienten mit vorheriger Anti-CD38-Exposition wurden ausgeschlossen. Die Behandlung lief in 28-Tage-Zyklen bis zur Progression.
Der primäre Endpunkt war nahezu kompletten Remission (nCR) nach vier Zyklen. Zu den sekundären Endpunkten gehörten PFS und os. Die hier vorgestellte Auswertung berichtet Ergebnisse nach einer medianen Nachbeobachtung von 70,2 Monaten.
Wichtigste Ergebnisse:
Die Gesamtansprechrate lag bei 89,6%. Eine sehr gute partielle Remission (VGPR) oder besser wurde bei 82,1% der Patienten erreicht. Das primäre Ziel, also eine nahezu komplette Remission nach 4 Zyklen, wurde bei 39% beobachtet.
Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 38,4 Monate. Nach 36 Monaten waren noch 54% der Patienten progressionsfrei. Das mediane Gesamtüberleben war noch nicht erreicht, und die 36-Monats-Überlebensrate lag bei 75%.
MRD-Negativität bei 10^-5 war mit besserem progressionsfreiem und Gesamtüberleben verbunden. Von 26 auswertbaren Patienten wurden 17 MRD-negativ. Auch nach dem modifizierten Konsensus-Risikomodell hatten Hochrisikopatienten ein höheres Risiko für Progression und Tod als Standardrisikopatienten.
Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil war insgesamt akzeptabel. Febrile Neutropenie trat bei 21% auf, Infektionen Grad 3 oder höher bei 32% und kardiale Ereignisse bei 10,7%. Trotzdem musste kein Patient wegen Nebenwirkungen die Behandlung abbrechen, und es traten keine therapiebedingten Todesfälle auf.
Fazit:
Die Langzeitdaten zeigen, dass Dara-KPd bei Patienten mit Anti-CD38-naivem, lenalidomid-vorbehandeltem RRMM wirksam und über längere Zeit gut handhabbar sein kann. Besonders gute Ergebnisse zeigten Patienten mit Standardrisiko und MRD-Negativität.
Die Studie liefert allerdings keine Daten für bereits CD38-vorbehandelte Patienten. Für diese Population bleibt der Nutzen von Dara-KPd deshalb weiterhin unklar.
Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.