ASCO 2026

Daratumumab plus Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (DVRd) bei Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom (NDMM): Abschlussanalyse der transplantationsineligible (TIE) Patienten in der Phase-3-Studie CEPHEUS.


"Daratumumab plus bortezomib, lenalidomide, and dexamethasone (DVRd) in patients (pts) with newly diagnosed multiple myeloma (NDMM): Final analysis of transplant-ineligible (TIE) pts in the phase 3 CEPHEUS study.”


ASCO-Abstract: 7513
Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referent: Saad Usmani - Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, NY

Hintergrund:
Daratumumab-basierte Vierfachtherapien haben die Erstlinientherapie beim neu diagnostizierten multiplen Myelom deutlich verändert. In der CEPHEUS-Studie wurde DVRd bereits als neue Standardoption für transplantationsgeeignete (TE) und nicht transplantationsgeeignete Patienten (TIE) etabliert.

Die hier vorgestellte finale Analyse betrifft die transplantationsungeeignete Gruppe, also ältere und frailere Patienten mit besonderen klinischen Bedürfnissen. Nach einer medianen Nachbeobachtung von über 6 Jahren zeigt sich nun, wie stabil der Nutzen von DVRd in diesem Kollektiv ist.

Studiendesign:
Von den 395 eingeschlossenen Patienten erhielten 289 Patienten mit TIE-NDMM entweder eine DVRd-Behandlung (n = 144) oder eine VRd-Behandlung (n = 145). DVRd Gruppe erhielt 8 Zyklen DVRd, danach ab Zyklus 9 eine Erhaltung mit D-Rd. VRd Gruppe erhielt 8 Zyklen VRd, danach ab Zyklus 9 eine Erhaltung mit Rd.

Der primäre Endpunkt war die MRD-Negativität bei mindestens kompletter Remission. Zu den wichtigsten sekundären Endpunkten gehörten progressionsfreies Überleben und anhaltende MRD-Negativität. In diese finale Analyse gingen nur transplantationsungeeignete Patienten ein, also etwa 75% der Gesamtstudienpopulation.

Wichtigste Ergebnisse:
DVRd blieb VRd in allen wichtigen Endpunkten überlegen. Die Gesamt-MRD-Negativität bei 10^-5 lag bei 61,1% gegenüber 40% unter VRd. Auch die anhaltende MRD-Negativität nach 12 und 24 Monaten war unter DVRd deutlich höher.

Beim progressionsfreien Überleben zeigte sich ebenfalls ein klarer Vorteil. Nach 72 Monaten lebten und waren unter DVRd noch 59,3% der Patienten progressionsfrei, und unter VRd 38,3%. Das mediane PFS war unter DVRd noch nicht erreicht, unter VRd lag es bei 50,2 Monaten.

Auch in den vordefinierten Subgruppen, z.B. Risiko, Fitness, blieb der Vorteil von DVRd im Wesentlichen erhalten. Der Effekt war also nicht auf einzelne Patientengruppen beschränkt.

Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil blieb bei längerer Nachbeobachtung unverändert und es traten keine neuen Sicherheitssignale auf. Das ist besonders wichtig, weil es sich um eine ältere und frailere Patientengruppe handelt.

Wie schon früher erwähnt, wurden Todesfälle in beiden Gruppen im Zusammenhang mit COVID-19 beobachtet, da die Studie hat während der Pandemie rekrutiert. Insgesamt passte die Sicherheit aber weiterhin zu dem bekannten Profil von DVRd.

Fazit:
Die finale CEPHEUS-Analyse bestätigt, dass DVRd bei transplantationsungeeigneten Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom eine tiefere und dauerhaftere Remission als VRd erreicht. Das gilt sowohl für die MRD-Negativität als auch für das progressionsfreie Überleben.

Auch das Gesamtüberleben sprach für DVRd, vor allem nach Berücksichtigung von COVID-19-bedingten Todesfällen. Zusammen mit dem stabilen Sicherheitsprofil stützen die Daten DVRd weiter als Standardtherapie in dieser Patientengruppe.

Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.