ASCO 2026
Belantamab Mafodotin mit Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason bei transplantationsineligiblem, neu diagnostiziertem multiplem Myelom: Phase-1/2-Studie BelaDRd.
"Belantamab mafodotin with daratumumab, lenalidomide, and dexamethasone in transplant-ineligible, newly diagnosed multiple myeloma patients: Phase 1/2 BelaDRd study.”
ASCO-Abstract:7512
Oral-Präsentation:
Blog-Post:
Referent: Evangelos Terpos - Department of Clinical Therapeutics, National and Kapodistrian University of Athens, School of Medicine, Athens, Greece
Hintergrund:
Belantamab mafodotin wurde hier in Kombination mit Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom untersucht, die für eine Transplantation nicht geeignet waren. Ziel war es, Wirksamkeit und Sicherheit dieser Vierfachkombination zu prüfen, besonders mit Blick auf die Augenverträglichkeit.
Studiendesign:
Die Studie bestand aus zwei Teilen, bzw. Phasen. In Teil 1 wurde die Dosis gesucht. Verglichen wurden 1,9 mg/kg und 1,4 mg/kg Belamaf alle acht Wochen, jeweils zusammen mit Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason. Das Ziel war, die empfohlene Phase-2-Dosis festzulegen; diese wurde auf 1,9 mg/kg alle acht Wochen bestimmt.
In Teil 2 wurde diese Dosis weiter untersucht. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 auf zwei Arme bzw. Kohorten verteilt: Betreuung durch einen Ophthalmologist (Gruppe A, n=6) oder durch einen Hämatologen (Gruppe B, n=6). In beiden Gruppen wurde Belamaf mit 1,9 mg/kg alle acht Wochen zusammen mit DRd gegeben. Die Dosisanpassung erfolgte entweder nach ophthalmologischer Beurteilung oder anhand eines vom Patienten berichteten Augensymptom-Tools, das auch erfasst, wie sich die Symptome auf Alltagsaktivitäten wie Fernsehen, Autofahren, Lesen oder die Nutzung des Smartphones auswirken, ergänzt durch eine ophthalmologische Kontrolle bei schweren Befunden.
Wichtigste Ergebnisse:
Die Patienten waren insgesamt älter und nach IMWG-Frailty-Score meist intermediär fit oder frail. Die Population wirkte damit repräsentativ für ein typisches transplantationsungeeignetes NDMM-Kollektiv.
Die Behandlung wurde insgesamt gut fortgesetzt. Nach einer medianen Nachbeobachtung von drei Jahren in Teil 1 und 18 Monaten in Teil 2 setzten die meisten Patienten die Therapie fort. Weniger als 5% brachen wegen Nebenwirkungen ab.
Die Wirksamkeit war stark. Es wurden schnelle, tiefe und anhaltende Remissionen gesehen, mit hohen Ansprechraten und hoher MRD-Negativität. In Teil 1 erreichten 81% eine MRD-Negativität, nach 12 Monaten waren es noch 69%. In Teil 2 lag die MRD-Negativität bei 71%. Daten zu einer anhaltenden MRD-Negativität liegen bisher noch nicht vor.
Auch das progressionsfreie Überleben war sehr gut. In Teil 1 traten fünf Ereignisse auf, zwei vor 12 Monaten und drei nach 24 Monaten. In Teil 2 gab es bislang ein Ereignis vor 12 Monaten. Die modellbasierten Schätzungen für das mediane PFS lagen zwischen 78,7-133,9 Monaten, also ungefähr zwischen 6,5-11 Jahren, und wahrscheinlich 9-10 Jahren.
Sicherheit:
Das okuläre Sicherheitsprofil war insgesamt günstig. Augenbezogene Nebenwirkungen traten in ähnlicher Häufigkeit auf, egal ob die Dosis durch einen Hämatologen oder durch einen Augenarzt gesteuert wurde. Schwere okuläre Ereignisse waren selten und bildeten sich meist rasch zurück, vor allem bei einem verlängerten Dosierungsintervall von 12 Wochen.
Die meisten okulären Ereignisse vom Grad 2 oder höher besserten sich wieder auf Grad 1 oder 0, sowohl bei der Sehschärfe als auch bei der Keratopathie. Es wurden keine Grad-4-Ereignisse beobachtet, und Grad-3-Ereignisse blieben unter 5%. Insgesamt wirkte die Behandlung gut handhabbar.
Fazit:
- Tiefe, schnelle Ansprechraten in allen Gruppen; hohe Gesamtansprechraten und MRD‑Negativität.
- Gut verträglich; Abbrüche wegen UAW selten (<=5 %) und Dosisintensität erhalten.
- Hohe PFS mit anhaltender Krankheitskontrolle; nur wenige Progressionsereignisse.
- Modellbasiertes mPFS geschätzt: 78,7–133,9 Monate (~6,5–11 Jahre).
- Okulares Sicherheitsprofil günstig; keine Grad‑4‑Ereignisse, ≤5% Grad‑3.
- Ähnliche okuläre Nebenwirkungsraten bei hämatologischer vs. ophthalmologischer Dosierungsfestlegung.
Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.