ASCO 2026
Mezigdomid, Carfilzomib und Dexamethason (MeziKd) versus Carfilzomib und Dexamethason (Kd) beim rezidivierten/refraktären multiplen Myelom (RRMM): Ergebnisse der Phase‑3‑Studie SUCCESSOR‑2.
"Mezigdomide, carfilzomib, and dexamethasone (MeziKd) vs carfilzomib and dexamethasone (Kd) in relapsed/refractory multiple myeloma (RRMM): Results from the phase 3 SUCCESSOR-2 trial.”
ASCO-Abstract: LBA7506
Oral-Präsentation:
Blog-Post:
Referent: Paul G. Richardson, MD - Dana-Farber Cancer Institute
Hintergrund:
Viele Patientinnen und Patienten mit multiplem Myelom sind beim ersten Rückfall bereits mit Anti-CD38-Antikörpern und Lenalidomid behandelt worden oder sprechen nicht mehr darauf an. Diese Gruppe hat meist eine ungünstige Prognose und braucht gut wirksame, aber auch gut handhabbare Therapien.
Mezigdomid ist ein oral verabreichter CELMoD mit starker Aktivität gegen Myelomzellen. Im Vergleich zu IMiDs zeigt er eine stärkere Immunstimulation und eine ausgeprägtere Wirkung auf die Myelomzellen. SUCCESSOR-2 ist die erste Phase-3-Studie eines CELMoD, die Ergebnisse vorlegt.
Studiendesign:
SUCCESSOR-2 verglich Mezigdomid plus Carfilzomib und Dexamethason mit Carfilzomib und Dexamethason allein bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Multiplem Myelom, die bereits mit Anti-CD38-Antikörpern und Lenalidomid behandelt worden waren. Eingeschlossen wurden 479 Patientinnen und Patienten, 288 im MeziKd-Arm und 191 im Kd-Arm.
Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Zu den sekundären Endpunkten gehörten Gesamtüberleben, Gesamtansprechen, die gewählte Mezigdomid-Dosis (Phase 1) und Sicherheit. Das Ziel in Phase 1 war die optimale Mezi-Dosis zu bestimmen. Das Ziel in Phase 2 war Wirksamkeit und Sicherheit von MeziKd versus Kd zu vergleichen. Die Studie sollte zeigen, ob MeziKd bei dieser schwer vorbehandelten Gruppe einen klaren Vorteil bringt.
Wichtigste Ergebnisse:
MeziKd verlängerte das progressionsfreie Überleben deutlich. Das mediane PFS lag bei 18,0 Monaten gegenüber 8,3 Monaten unter Kd. Damit wurde das Risiko für Progression oder Tod um 52 Prozent gesenkt.
Der Vorteil zeigte sich in allen vordefinierten Subgruppen, also unabhängig von Alter, Vorbehandlung, Refraktäritätsstatus, Hochrisikozytogenetik oder extramedullärer Erkrankung. Die Gesamtansprechrate war unter MeziKd ebenfalls höher, ebenso die Rate an kompletter Remission oder besser.
Zum Datenschnitt betrug die mediane Nachbeobachtungszeit 10,6 Monate. Mehr als die Hälfte der Patienten im MeziKd-Arm stand noch unter Therapie.
Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil war insgesamt beherrschbar und entsprach den bisherigen Erfahrungen mit Mezigdomid. Neue Sicherheitssignale traten nicht auf. Die häufigste schwere Nebenwirkung war Neutropenie, die sich meist mit Dosisanpassungen und/oder G-CSF kontrollieren ließ.
Auch Infektionen waren meist handhabbar. Die meisten standen nicht im Zusammenhang mit einer schweren Neutropenie. Schwere Infektionen und Hypogammaglobulinämie traten nur selten auf. Unter MeziKd wurden außerdem etwas mehr thromboembolische Ereignisse beobachtet, insgesamt blieb das Profil aber klinisch gut einordenbar.
Fazit:
Die Studie zeigt, dass Mezigdomid plus Carfilzomib und Dexamethason bei Patientinnen und Patienten mit bereits behandeltem Anti-CD38- und Lenalidomid-exponiertem RRMM einen klaren Wirksamkeitsvorteil bietet. Besonders wichtig ist, dass dieser Nutzen in allen Subgruppen sichtbar war.
Für die Praxis spricht auch, dass MeziKd oral gut handhabbar ist und kein neues Sicherheitsproblem zeigte. Insgesamt wirkt das Regime wie ein realistischer Kandidat für einen neuen Behandlungsstandard bei dieser schwer behandelbaren Patientengruppe.
Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.