ASCO 2026

Neue IMS/IMWG-Risikokriterien mittels Next-Generation-Sequencing (NGS): Analyse des Nutzens von Daratumumab bei Patientinnen und Patienten mit Hochrisiko- und Standardrisiko in der PERSEUS-Studie


"New IMS/IMWG risk criteria by next-generation sequencing (NGS): Analysis of daratumumab benefit in both high- and standard-risk patients (pts) in the PERSEUS study.”


ASCO-Abstract: 7505
Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referent: Luca Bertamini, MD - Department of Hematology Erasmus MC Cancer Institute, Rotterdam, Netherlands

Hintergrund:
Die PERSEUS-Studie hatte bereits gezeigt, dass die Zugabe von Daratumumab einen klaren Nutzen bringt. Neuere IMS/IMWG-Kriterien erfassen Hochrisikopatienten heute genauer, weil sie auch genetische Veränderungen einschließen, die mit klassischem FISH nicht sichtbar sind, zum Beispiel TP53-Mutationen.

Diese erweiterte Post-hoc-Analyse prüfte die Ergebnisse deshalb noch einmal nach dem neuen IMS/IMWG-CGS-Risikomodell. Grundlage war das UMA-NGS-Targetpanel.

Studiendesign:
PERSEUS/EMN017 verglich bei transplantationsfähigen Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom die Kombination DVRd mit VRd.

Insgesamt wurden 709 Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert. Von den 709 Patienten waren 154 (22%) nach FISH als Hochrisiko eingestuft.

Das UMA-NGS-Targetpanel wurde aus DNA von CD138-positiven Knochenmarkzellen analysiert. Bei 664 Patienten wurde Knochenmark gewonnen, und für 434 lagen ausreichende DNA-Proben für die NGS-Analyse vor.

Nach den neuen IMS/IMWG-CGS-Kriterien wurde Hochrisiko rückwirkend definiert durch: Das klassische FISH-Hochrisiko war definiert durch del17p, t(14;16) und/oder t(4;14).
Die MRD-Negativität wurde per NGS bei Patienten mit kompletter Remission oder besser gemessen.

Wichtigste Ergebnisse:
Von den 434 auswertbaren Patienten wurden 35 Prozent nach den neuen CGS-Kriterien als Hochrisiko eingestuft. Die häufigsten Veränderungen waren del17p/TP53, IgH-Translokationen mit amp1q/del1p und del1p mit amp1q.

Mit den neuen Kriterien wurden 17 Prozent der Patienten aus der Standardrisiko-Gruppe in die Hochrisiko-Gruppe hochgestuft. Umgekehrt wurden 4 Prozent der ursprünglich als Hochrisiko eingestuften Patienten als Standardrisiko neu eingeordnet.

DVRd führte im Vergleich zu VRd sowohl bei Standardrisiko- als auch bei Hochrisikopatienten zu höheren MRD-Negativitätsraten. Außerdem war die MRD-Negativität häufiger über mindestens 12 Monate anhaltend, und auch das progressionsfreie Überleben war besser.

Fazit:
Das UMA-NGS-Panel konnte das Risiko nach den neuen IMS/IMWG-CGS-Kriterien gut abbilden. Damit wurde die Risikobewertung in PERSEUS präziser. Die Daten zeigen außerdem erneut, dass DVRd besser abschneidet als VRd: mit höheren MRD-Negativitätsraten, mehr anhaltender MRD-Negativität und verbessertem PFS. Insgesamt stützen diese Ergebnisse DVRd in der Induktion und Konsolidierung sowie Daratumumab plus Lenalidomid in der Erhaltung als Standardtherapie für transplantationsfähige Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, unabhängig vom Risikostatus.

Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.