ASCO 2026

Etentamig bei Patienten (Pts) mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom (RRMM), die zuvor eine auf das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) angerichtete Therapie erhalten hatten.


"Etentamig in patients (pts) with relapsed/refractory multiple myeloma (RRMM) with prior exposure to B-cell maturation antigen (BCMA)–targeted therapy.”


ASCO-Abstract: 7508
Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referent: Saurabh Chhabra, MD, MS - Mayo Clinic Arizona, Phoenix, AZ

Hintergrund:
Daten zu Patienten mit RRMM nach einer früheren BCMA-Therapie sind bisher noch begrenzt. Deshalb ist es besonders wichtig zu prüfen, ob eine weitere anti-BCMA-Behandlung noch wirksam sein kann.

Etentamig ist ein BCMAxCD3-Bispezifikum mit einer bivalenten BCMA-Bindung. Der Fc-Teil ist stillgelegt. Das könnte eine längere Halbwertszeit ermöglichen und eine monatliche Gabe erleichtern. Frühere Daten hatten bereits auf eine gute Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil hingedeutet.

Studiendesign:
Arm B der offenen Phase-1b-Studie MOVISO untersuchte Etentamig bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom nach mindestens zwei früheren Therapielinien. Alle Patienten waren triple-class-exponiert, und viele hatten bereits eine BCMA-Therapie erhalten.

Zu den wichtigsten Sicherheitsendpunkten gehörten CRS und ICANS. Zu den Wirksamkeitsendpunkten zählten Gesamtansprechrate, Ansprechdauer und progressionsfreies Überleben.

Arm B der offenen Phase-1b-Studie MONVISO (NCT05650632) untersuchte Etentamig bei Patienten mit RRMM und mindestens zwei früheren Therapielinien, darunter Triple-Class-Exposition und vorherige BCMA-Behandlung. Die Hauptsicherheitsendpunkte waren CRS und ICANS. Zu den Wirksamkeitsendpunkten gehörten Gesamtansprechrate (ORR), Ansprechdauer (DoR) und progressionsfreies Überleben (PFS).

Wichtigste Ergebnisse:
Bis zum Stichtag waren 41 BCMA-vorbehandelte Patienten behandelt worden. Die meisten waren stark vorbehandelt, und ein großer Teil war triple-class-refraktär. Bei mehr als der Hälfte war die letzte Therapie bereits BCMA-gerichtet, und viele hatten zuvor schon einmal auf eine anti-BCMA-Therapie angesprochen.

Trotz fehlender Aufdosierung trat CRS bei 57 Prozent auf. ICANS wurde bei 7 Prozent beobachtet. Fast alle Ereignisse waren nur Grad 1 oder 2. Nur ein ICANS-Fall war Grad 3. Auch bei Patienten mit vorheriger BCMA-Therapie zeigten sich Hinweise auf tiefes Ansprechen, einschließlich MRD-Negativität in auswertbaren Fällen. Zusätzlich wurde eine deutliche Aktivierung und Vermehrung von CD8-positiven T-Zellen gesehen.

Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil wirkte insgesamt beherrschbar. Schwere CRS-Ereignisse wurden nicht berichtet. Die Rate schwerer neurologischer Ereignisse war niedrig.

Grad 3/4-Neutropenie und Infektionen kamen vor, blieben aber im erwartbaren Bereich für diese stark vorbehandelte Population. Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet. Das spricht dafür, dass Etentamig auch in dieser schwierigen Patientengruppe handhabbar sein könnte.

Fazit:
Etentamig zeigte bei BCMA-vorbehandelten Patienten anhaltende Remissionen. Besonders interessant ist, dass auch nach vorheriger BCMA-Therapie noch Antworten möglich waren, vor allem nach vorausgegangenem CAR-T-Einsatz.

Insgesamt sprechen die Daten für eine weitere Entwicklung von Etentamig bei stark vorbehandeltem RRMM. Der Ansatz könnte besonders für Patienten relevant sein, die bereits mehrere BCMA-basierte Therapien hinter sich haben.

Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.