ASCO 2026

MajesTEC-9: Eine randomisierte Phase-3-Studie mit Teclistamab-Monotherapie im Vergleich zur ärztlichen Therapiewahl aus Pomalidomid, Bortezomib und Dexamethason oder Carfilzomib und Dexamethason (PVd/Kd) bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom (RRMM).


“MajesTEC-9: A phase 3 randomized study of teclistamab monotherapy vs investigator’s choice of pomalidomide, bortezomib, and dexamethasone or carfilzomib and dexamethasone (PVd/Kd) in patients with relapsed refractory multiple myeloma (RRMM).”


ASCO-Abstract:7507
Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referent: Roberto Mina, MD - WinShip Cancer Institute, Emory University

Hintergrund:
Es besteht weiterhin ein hoher Bedarf an wirksamen Therapien, die schon in früheren Behandlungslinien das Überleben verbessern. Das gilt besonders für Patienten, die bereits mit Triplet- oder Quadruplet-Regimen vorbehandelt wurden.

Teclistamab hat sich bereits in früheren Studien als wirksam gezeigt. In MajesTEC-1 führte es bei stark vorbehandeltem RRMM zu tiefen und anhaltenden Remissionen. MajesTEC-3 zeigte außerdem einen klaren Vorteil von Tec plus Daratumumab in der Zweitlinie und darüber hinaus.

Studiendesign:
MajesTEC-9 untersuchte Teclistamab als Monotherapie bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom nach ein bis drei vorherigen Therapielinien. Alle Patienten waren bereits mit Lenalidomid und einem Anti-CD38-Antikörper behandelt worden, und es durfte keine vorherige BCMA-Therapie erfolgt sein.

Insgesamt wurden 593 Patienten randomisiert, 296 in den Teclistamab-Arm und 297 in den Kontrollarm mit PVd oder Kd. Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben nach IRC. Zu den wichtigen sekundären Endpunkten gehörten vollständige Remission oder besser, Gesamtüberleben und der MySIm-Q-Gesamtsymptomscore.

Wichtigste Ergebnisse:
Das mediane Follow-up betrug 17,3 Monate. Teclistamab wurde häufig schon vor Zyklus 7 auf eine monatliche Gabe umgestellt, und die Behandlungsdauer war fast doppelt so lang wie im Kontrollarm.

Teclistamab senkte das Risiko für Progression oder Tod deutlich um 71 Prozent. Der PFS-Vorteil zeigte sich in allen Subgruppen, auch bei Hochrisikozytogenetik sowie bei anti-CD38- oder Lenalidomid-refraktärer Erkrankung. Außerdem führte Teclistamab zu höheren Ansprechraten, mehr kompletten Remissionen und länger anhaltenden Remissionen.

Auch das Gesamtüberleben war unter Teclistamab besser, obwohl im Kontrollarm später viele Patienten eine Bispezifik- oder CAR-T-Therapie erhielten. Bei den auswertbaren Patienten wurden zudem hohe MRD-Negativitätsraten erreicht.

Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil entsprach dem bekannten Profil von Teclistamab. CRS trat meist nur niedriggradig auf und klang vollständig ab. Therapieabbrüche wegen CRS kamen nicht vor.

ICANS war selten und überwiegend leicht. Abbrüche wegen unerwünschter Ereignisse traten unter Teclistamab nicht häufiger auf als im Kontrollarm. Todesfälle durch Krankheitsprogression waren unter Teclistamab seltener.

Infektionen und Hypogammaglobulinämie waren häufig. Schwere Infektionen traten vor allem bei hoher Krankheitslast auf. Im Verlauf nahm die Infektionsrate ab, was zu einer besseren Krankheitskontrolle passt. Eine gute Infektionsprophylaxe und engmaschige Überwachung bleiben daher wichtig.

Fazit:
MajesTEC-9 zeigt, dass Teclistamab als Monotherapie bei Patienten mit ein bis drei früheren Therapielinien einen starken Vorteil bieten kann. Besonders wichtig sind das deutlich bessere PFS, das verbesserte Gesamtüberleben und die hohen Ansprechraten.

Zusammen mit MajesTEC-3 sprechen diese Ergebnisse dafür, dass Tec-basierte Therapien einen neuen Standard in der Zweitlinie und darüber hinaus darstellen könnten.

Weitere Details zur Studie: NEJM Artikel