ASCO 2026

Einfluss einer bis zu fünf Jahre anhaltenden MRD-Negativität auf die Langzeitergebnisse bei transplantationsfähigen NDMM.


"Impact of sustained MRD negativity for up to 5 years on long-term outcome of transplant-eligible newly diagnosed multiple myeloma patients enrolled in the randomized phase 2 FORTE trial.”


ASCO-Abstract: 7504
Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referent: Mattia D'Agostino - Division of Hematology, AOU Città della Salute e della Scienza di Torino, University of Torino and Department of Molecular Biotechnology and Health Sciences, University of Torino, Torino, Italy

Hintergrund:
Neue Kombinationstherapien erreichen beim multiplen Myelom immer häufiger MRD-Negativität. Für die Prognose ist aber nicht nur wichtig, ob ein Patient MRD-negativ wird, sondern auch, wie lange dieser Zustand anhält.

Gerade bei transplantationsfähigen Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom ist noch unklar, welche Dauer einer anhaltenden MRD-Negativität am besten mit langfristigen Ergebnissen wie progressionsfreiem und Gesamtüberleben zusammenhängt.

Studiendesign:
Diese Analyse basiert auf der randomisierten Phase-2-Studie FORTE.
- Zweite Randomisierung (R2): Erhaltungstherapie KR für 2 Jahren + R bis Residiv vs. R bis Residiv

Im Fokus stand die Erhaltungstherapie. Alle Patienten, die einer Erhaltung zugeteilt wurden, gingen in die Auswertung ein.

Bei Patienten mit mindestens sehr gutem partiellen Ansprechen wurde die MRD im Knochenmark vor Beginn der Erhaltung und danach alle sechs Monate gemessen. Verwendet wurde eine Multiparameter-Durchflusszytometrie mit einer Sensitivität von 10^-5.

Eine anhaltende MRD-Negativität wurde definiert als mehrere aufeinanderfolgende MRD-negative Befunde über mindestens ein, zwei, drei, vier oder fünf Jahre, ohne dass dazwischen ein MRD-positiver Befund auftrat.

Wichtigste Ergebnisse:
Eine anhaltende MRD-Negativität über mehr als drei Jahre war mit einem deutlich besseren progressionsfreien und Gesamtüberleben verbunden. Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei Patienten mit Hochrisikomerkmalen zu Beginn der Behandlung zu sehen war.

Wer über mindestens drei Jahre MRD-negativ blieb, schien damit die ungünstige Prognose von Hochrisikofaktoren weitgehend ausgleichen zu können. Bei Patienten mit einer mindestens fünfjährigen anhaltenden MRD-Negativität lag die 7-Jahres-PFS-Rate bei 91 Prozent.

Fazit:
Die Analyse der FORTE-Studie zeigt, dass die Dauer der MRD-Negativität entscheidend ist. Eine MRD-Negativität von mehr als drei Jahren war mit signifikant besseren Langzeitergebnissen verbunden.

Für Patienten mit transplantationsfähigem neu diagnostiziertem multiplem Myelom könnte eine lang anhaltende MRD-Negativität daher ein sehr starkes Prognosezeichen sein. Die Daten liefern auch einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion darüber, was im Myelomkontext möglicherweise einer Heilung am nächsten kommt.

Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.