ASCO 2026
Sicherheit und Wirksamkeit von Elranatamab als frühzeitige Intervention bei Patienten mit einem Hochrisiko schwelendes Myelom (SMM): Erste Ergebnisse der Phase-2-Studie ERASMM (EMN34).
"Safety and efficacy of elranatamab as early intervention in patients with high-risk smoldering myeloma: First results from the phase 2 ERASMM (EMN34) study.”
ASCO-Abstract: 7500
Oral-Präsentation:
Blog-Post:
Referent: Cyrille Touzeau, MD, PhD - University Hospital of Nantes, Nantes, France
Hintergrund:
Bei Patienten mit Hochrisiko schwelendem Myelom kann eine frühe Behandlung das Fortschreiten zur aktiven Erkrankung verzögern. Bisher führen die verfügbaren Ansätze aber nur selten zu tiefen Remissionen.
Elranatamab ist ein bispezifischer BCMAxCD3-Antikörper mit starker Aktivität beim rezidivierten Multiplen Myelom. In einem früheren Krankheitsstadium könnte ein T-Zell-Engager besonders gut wirken, weil das Immunsystem noch weniger vorgeschädigt ist. Außerdem könnte so das Infektionsrisiko geringer sein.
Studiendesign:
ERASMM (EMN34) ist eine Phase-2-Studie mit Patienten mit schwelendem Myelom. Eingeschlossen wurden nur Patienten mit mindestens zwei Hochrisikokriterien nach dem 2/20/20-Modell.
Elranatamab wurde als Monotherapie subkutan gegeben. Die Behandlung war auf 24 Zyklen beziehungsweise zwei Jahre festgelegt. Primärer Endpunkt war die CR-Rate nach sechs Zyklen. Wichtige sekundäre Endpunkte waren Sicherheit, ORR, MRD, PFS, Zeit bis SLIM/CRAB, PFS2 und Gesamtüberleben.
Insgesamt wurden 76 Patienten eingeschlossen, 50 Patienten behandelt und 43 Patienten befanden sich noch unter Therapie.
Wichtigste Ergebnisse:
Nach sechs Zyklen lag die Gesamtansprechrate bei 90 Prozent und die CR-Rate bei 30 Prozent. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 14 Monaten stiegen diese Werte weiter auf 92 Prozent ORR und 72 Prozent CR.
Bei 29 auswertbaren Patienten war die MRD-Negativitätsrate nach NGS bei 10^-6 90 Prozent. Das Ansprechen vertiefte sich also mit der Zeit. Alle Patienten sind am Leben. Das progressionsfreie Überleben lag bei 96 Prozent. Es kam zu keiner Progression zum aktiven Myelom nach SLiM/CRAB. Bei zwei Patienten trat jedoch ein biochemisches Fortschreiten auf.
Bei 86 Prozent der Patienten wurde die Behandlung fortgesetzt. Fünf Patienten brachen wegen unerwünschter Ereignisse ab, zeigten aber weiterhin ein Ansprechen.
Sicherheit:
Das Sicherheitsprofil war insgesamt konsistent mit den bisherigen Erfahrungen mit Elranatamab. Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet. Die häufigste hämatologische Nebenwirkung war Neutropenie.
Zu den häufigsten nicht-hämatologischen Nebenwirkungen gehörten CRS und Infektionen. CRS trat bei 70 Prozent der Patienten auf, meist Grad 1 oder 2. Zwei Patienten hatten ein CRS Grad 3; beide wurden behandelt und konnten die Therapie fortsetzen. Die mediane CRS-Dauer betrug einen Tag. 35 Patienten erhielten Tocilizumab, davon 22 präventiv gemäß Protokoll.
Infektionen traten bei 54 Prozent der Patienten auf. Es gab keine Infektionen Grad 4 oder 5. 43 Patienten erhielten eine prophylaktische Immunglobulin-Substitution. Bei 10 Patienten fielen die IgG-Spiegel nie unter 400 mg/dl. Im Vergleich zu Elranatamab bei rezidiviertem Myelom schien die Infektionsrate in dieser HR-SMM-Kohorte günstiger zu sein. ICANS-Ereignisse traten nicht auf.
Fazit:
Die Ergebnisse sprechen für ein klares Wirksamkeitssignal von Elranatamab bei hochriskantem schwelendem Myelom. Besonders bemerkenswert sind die tiefen und sich im Verlauf vertiefenden Remissionen, die hohe MRD-Negativitätsrate und das Fehlen einer Progression zum aktiven Myelom.
Auch das Sicherheitsprofil wirkte beherrschbar und zeigte keine neuen Signale. Insgesamt stützen die Daten eine weitere Bewertung von Elranatamab in dieser frühen Krankheitsphase.
Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.