ASCO 2026

DREAMM‑9 Abschlussanalyse: Belantamab mafodotin (belamaf), Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (BVRd) bei transplantationsungeeigneten (TIE) neu diagnostizierten Multiplen Myelomen (NDMM).


"DREAMM-9 final analysis: Belantamab mafodotin (belamaf), bortezomib, lenalidomide, and dexamethasone (BVRd) for transplant-ineligible (TIE) newly diagnosed multiple myeloma (NDMM).”


ASCO-Abstract: 7503
Oral-Präsentation:
Blog-Post:

Referent: Saad Z. Usmani, MD, MBA, FRCP, FASCO, FACP - Memorial Sloan Kettering Cancer Center

DREAMM‑9 war eine Phase‑1‑Studie zur Bewertung von Dosis und Dosierungsintervall von BVRd bei TIE NDMM.

Hintergrund:
Bei neu diagnostiziertem multiplem Myelom besteht weiter ein Bedarf an wirksamen First-Line-Therapien. Frühe, tiefe und anhaltende Remissionen können mit einem längeren Überleben und weniger späteren Therapielinien verbunden sein.

Belantamab Mafodotin ist ein BCMA-gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Es wirkt über mehrere Mechanismen, darunter direkte Zytotoxizität und immunvermittelte Effekte. Frühere Analysen der DREAMM-9-Studie zeigten bereits eine hohe Wirksamkeit bei insgesamt beherrschbarem Sicherheitsprofil.

Studiendesign:
DREAMM-9 war eine Phase-1-Studie zur Untersuchung von Dosis und Dosierungsintervall von BVRd bei transplantationsgeeignetem neu diagnostiziertem Multiplem Myelom. Ziel der Analyse war es, das beste Dosierungsschema für Belantamab in dieser Erstlinientherapie zu finden.

Der primäre Endpunkt war die Sicherheit. Zusätzlich wurden Ansprechraten, MRD-Negativität bei kompletter Remission oder besser sowie patientenberichtete Ergebnisse erfasst. Insgesamt nahmen 118 Patientinnen und Patienten teil. Sie wurden in acht Kohorten mit einem Induktions- und Erhaltungsschema behandelt.

Wichtigste Ergebnisse:
Bis zum 2. Juni 2025 lag die mediane Nachbeobachtungszeit je nach Kohorte bei 15,9 bis 47,1 Monaten. Die Gesamtansprechrate lag in allen Kohorten bei mindestens 83 Prozent.

Die tiefsten Remissionen und die höchsten MRD-Negativitätsraten wurden in den Kohorten mit höherer Belantamab-Intensität in der Induktionsphase gesehen. Das spricht dafür, dass eine stärkere frühe Belamaf-Gabe besonders wirksam sein kann.

Augenbezogene Nebenwirkungen traten zwar häufig auf, waren aber meist vorübergehend und bildeten sich bei den meisten Patienten vor Therapieende zurück. Längere Dosierungsintervalle in der Erhaltungsphase waren mit besserer Verträglichkeit verbunden. Eine klinisch relevante Verschlechterung der Sehfunktion wurde dabei nicht beobachtet.

Fazit:
Die Daten sprechen dafür, dass eine höhere Belamaf-Dosisintensität in der Induktionsphase zu tieferen Remissionen führen kann. Gleichzeitig verbessern längere Dosierungsintervalle in der Erhaltung die Verträglichkeit.

Wichtig ist auch, dass die Wirksamkeit in allen Kohorten hoch blieb. Die Ergebnisse unterstützen daher ein Schema mit 1,9 mg/kg alle 8 Wochen über 24 Wochen, danach alle 12 Wochen, wie es in den Studien DREAMM-10 und PrE1005 weiter geprüft wird.

Dieser Bericht basiert vor allem auf der Präsentation während des Kongresses und berücksichtigt das offizielle ASCO-Abstract nur ergänzend.