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4. Juni 2026: ASCO ist zu Ende gegangen
Mit diesem Beitrag schließe ich meine Berichterstattung über die oralen Myelom-Präsentationen auf dem ASCO 2026 ab. Ich habe damit tatsächlich alle Oral Abstracts zum multiplen Myelom zusammengefasst, und das fühlt sich gut an.
ASCO ist aus Myelom-Sicht vielleicht nicht ganz so interessant wie die COMy oder so umfangreich und tiefgehend wie die ASH-Jahrestagung. Für uns Myelom-Interessierte ist ASH in der Regel der größere und wichtigere Kongress. Dort hat man oft das Gefühl, nie ganz hinterherzukommen, weil so viel gleichzeitig passiert und die Zahl der neuen Daten enorm ist.
Trotzdem hat ASCO seinen eigenen Wert. Gerade weil es der größte onkologische Kongress der Welt ist, bekommt man dort nicht nur Myelom-Daten, sondern auch Einblicke in andere Tumorentitäten und in Entwicklungen, die die Onkologie insgesamt prägen. Man erlebt dort die großen Momente des Jahres und die klinischen Durchbrüche.
Ein gutes Beispiel dafür waren in diesem Jahr die Ergebnisse einer klinischen Studie beim Pankreaskarzinom. Das war ein historisches Moment! Solche Daten erinnern daran, wie wichtig Fortschritte in der Onkologie insgesamt sind. Wenn sich dort die Entwicklung ähnlich fortsetzt wie in unserem Feld beim multiplen Myelom, dann können wir hoffen, dass auch beim Pankreaskarzinom in den kommenden Jahren noch deutlich mehr wirksame Wirkstoffe zur Verfügung stehen.
Für mich bleibt nach ASCO vor allem eines: die Zufriedenheit, alle oralen Myelom-Präsentationen vollständig abgedeckt zu haben.
Als Nächstes schreibe ich die Zusammenfassung für COMy. Das ist noch schwieriger, weil dort die Diskussionen besonders dicht sind. Aber es gibt Themen, die wir inzwischen gut verstehen sollen, z.B. veränderte Response-Kriterien und MAIC. Danach mache ich Urlaub von Kongressen und konzentriere mich auf andere Projekte: eine Suchfunktion, die Auswertung von CTIS-Daten und Statistiken zu klinischen Studien.
Wusstet ihr übrigens, dass die meisten Myelom-Studien in Hamburg stattfinden?
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15. Mai 2026: COMy startet
Der World Congress on Controversies in Multiple Myeloma (COMy) hat sich als einer der wichtigsten Kongresse weltweit zum Multiplen Myelom etabliert. Die Kongressleitung übernehmen dieses Jahr Prof. Mohamad Mohty, Prof. María-Victoria Mateos und Prof. Arnon Nagler.
Im Unterschied zu großen Kongressen wie ASH oder ASCO geht es hier nicht vor allem darum, neue Studien vorzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf dem wissenschaftlichen Austausch und den Diskussionen zwischen den Experten. Genau diese Debatten machen den Kongress besonders.
Das Format ist sehr interaktiv. Beim Multiplen Myelom gibt es jedes Jahr viele neue Erkenntnisse – zum Glück! – und auch viele unterschiedliche Meinungen. Wenn man den Ärzten zuhört, fühlt es sich manchmal an, als wäre man eine Fliege an der Wand. Man versteht besser, warum ein Arzt so entscheidet und ein anderer anders – oder warum sogar derselbe Arzt seine Meinung später ändert.
Es ist wirklich ein großartiger Kongress. Ich würde jedem, der ein bisschen Englisch versteht, empfehlen, zumindest einige Sessions anzuhören. Die Anmeldung ist kostenlos.
Der Kongress dauert dreieinhalb Tage, und es ist unmöglich, über alles zu berichten. Ich werde aber versuchen, die wichtigsten Punkte in den nächsten Tagen zusammenzufassen.
Interessant fand ich eine Aussage von Dr. Martin Kaiser zum Thema „funktionales Hochrisiko“. Er sagte sinngemäß: Wenn wir mehr diagnostische Tests machen würden, könnten wir die echten Hochrisiko-Merkmale besser erkennen. Dann gäbe es weniger Patienten, die nur als „funktional“ hochriskant gelten.
Das hat mich an ein Gespräch mit dem Arzt meines Vaters vor vielen Jahren erinnert. Damals ging es ebenfalls um die Schwierigkeit, medizinische Entscheidungen eindeutig einzuordnen. Er sagte damals zu mir und meinen Geschwistern: „Oh je, das wird nicht einfach … Ihr seid alle in technischen Berufen und erwartet, dass 2 + 2 immer 4 ergibt. In der Medizin ist das nicht immer so. Trotzdem werde ich mein Bestes tun, um euch alles zu erklären.“
Dieser Satz ist mir bis heute im Kopf geblieben. Ich denke oft daran, wenn Dinge widersprüchlich oder schwer verständlich wirken. Gleichzeitig stimmt aber auch: Je mehr wir messen und untersuchen, desto besser verstehen wir diese komplexe Krankheit.
Die Zusammenfassung der wichtigsten Diskussionen findet ihr in den nächsten Tagen hier.
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14. Mai 2026: Der Blog geht weiter
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Blog weiterführen soll und wie er in Zukunft aussehen könnte. Letztendlich habe ich beschlossen, weiterhin über die Konferenzen zu schreiben, an denen ich teilnehme, und die Seite um einen Überblick über die Landschaft der klinischen Studien in Deutschland zu erweitern.
Zur Erinnerung: Ich bin eine engagierte Patientin, kein medizinisches Fachpersonal. Informationen können unvollständig sein. Bitte versteht die hier angebotenen Inhalte nicht als medizinische Beratung. Für genaue und individuelle Empfehlungen wendet euch bitte immer an eure behandelnden Ärztinnen und Ärzte.
Für Fragen, Hinweise oder Verbesserungsvorschläge: info@myelomaktuell.de