IMS 2026 - IMS/IMWG Konsensus für "Heilung"

Heilung


Ist Multiples Myelom heilbar? JA!

Das Thema Heilung hat fast jede Sitzung bei IMS geprägt. Die Myelom-Community führt gerade ein ganz neues Gespräch. Zum ersten Mal fragen führende Expertinnen und Experten nicht mehr, ob eine Heilung möglich ist oder wie man sie definieren soll – es gibt jetzt bereits eine Definition!

Auf der IMS/IMWG Konsensus Update Sitzung stellte Dr. Nikhil C. Munshi die von IMS/IMWG entwickelte Konsens-Definition für die Kriterien einer Heilung bei Myelom-Patientinnen und -Patienten vor.

Multiples Myelom war bei seiner Erstbeschreibung 1844 tödlich und wurde während des Großteils seiner Geschichte als unheilbar betrachtet. Fortschritte in der Behandlung ändern das. Da einige Patientinnen und Patienten jahrelang ohne Behandlung frei von nachweisbarer Erkrankung bleiben, braucht das Feld einen klaren Standard dafür, wann aus einer Remission eine Heilung wird.

„Wir debattieren nicht länger, ob Heilung möglich ist", sagte Dr. Munshi. „Wir definieren sie rigoros, messen sie präzise und vergrößern die Zahl der Patientinnen und Patienten, die sie erreichen können – mit Klarheit, Disziplin und echter Hoffnung."

Langzeitstudien, die Dr. Munshi vorstellte, schätzen, dass der Anteil der Patientinnen und Patienten, die möglicherweise geheilt wurden, je nach Behandlungsgruppe zwischen 5% und 30% liegt – bei älteren Therapien. Die Schätzungen variieren je nach Behandlung, Alter und Erkrankungsrisiko. Heutige Therapien könnten diese Ergebnisse verbessern, aber es braucht mehr Nachbeobachtung, um zu wissen, um wie viel. In einer Studie waren 32 von 97 Patientinnen und Patienten mit stark vorbehandeltem Myelom mindestens fünf Jahre nach einer einzelnen CAR-T-Zelltherapie-Infusion am Leben und progressionsfrei – ohne Erhaltungstherapie. Die neue Definition wird helfen zu bestimmen, welche Langzeitansprechen die vollständigen Kriterien für Heilung erfüllen.

Die Definition baut auf der Arbeit internationaler Forscher, Kliniker und Patientenvertreter, die auf dem IMS Myeloma Cure Summit Anfang dieses Jahres vorgestellt wurden.

Nach der neuen Konsens-Definition kann eine Patientin oder ein Patient mit neu diagnostiziertem oder rezidiviertem Myelom als geheilt gelten, wenn sie oder er 5 Jahre in kompletter Remission ohne jede Myelom-Behandlung bleibt. Diese 5 Jahre werden ab dem Ende der Behandlung gezählt – unabhängig davon, wie lange die Person bereits krankheitsfrei war, solange noch Therapie lief.


Während dieses Zeitraums müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Mindestens 4 Messungen der minimalen Resterkrankung (MRD) müssen negativ sein, darunter eine am Ende des fünften Jahres, ohne zwischendurch ein positives Ergebnis.
  • Die Tests müssen mit Next-Generation Sequencing (NGS) oder Next-Generation Flow (NGF) durchgeführt werden und empfindlich genug sein, um eine Myelomzelle unter einer Million Zellen nachzuweisen (10⁻⁶).
  • Die Bildgebung (PET/CT oder diffusionsgewichtete Ganzkörper-MRT) muss zu Beginn und am Ende des Fünf-Jahres-Zeitraums keine Erkrankung zeigen; falls weitere Scans gemacht werden, dürfen auch diese nicht positiv sein.

Kurz gesagt: Es geht um eine anhaltend tiefe, messbar negative Erkrankungslage über 5 Jahre nach Therapieende – bestätigt durch hochsensible Tests und Bildgebung.

Dr. Munshi schlug vor, den Satz zu ändern, mit dem jede Forschungsarbeit und jede Pressemitteilung beginnt „Multiples Myelom ist eine unheilbare maligne Erkrankung."


OLD DEFINITION ==> NEW DEFINITION

Kongress- und Quellenangaben

Kongress
IMS 2026
Sitzungsart
Sitzung
Sitzung
IMS/IMWG Konsensus für "Heilung"
Sitzungsdatum
23. September 2026
Vorsitz
Vincent Rajkumar und Philippe Moreau
Veröffentlicht auf Myelom Aktuell
2. Oktober 2026